Schäuble im Wahlkampf

„Wir beenden diese verrückte Situation hoffentlich bald“

04.07.2017
, 07:47
Wolfgang Schäuble am vergangenen Freitag während der letzten Bundestagssitzung vor der Sommerpause.
Der deutsche Finanzminister findet die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zu locker. Auf einer Wahlkampfveranstaltung bekräftigt er nun, was ihn optimistisch stimme, dass sich das ändert.
ANZEIGE

Das Wirtschaftswachstum in der Europäischen Währungsunion ist nach Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) stärker als zuvor erwartet. Das werde die Führung der Europäische Zentralbank (EZB) in die Lage versetzen, ihre Geldpolitik langsam zu normalisieren und die eingeführten Negativzinsen wieder abzuschaffen, sagte Deutschlands Kassenwart während einer Wahlkampfveranstaltung im baden-württembergischen Sasbachwalden.

ANZEIGE

„Wenn wir mehr Wachstum haben und wenn auch die Gefahr einer Deflation nicht mehr gegeben ist, dann wird auch die EZB allmählich - das kann sie nicht schnell machen, dafür sind die Probleme in Europa zu groß in einzelnen Ländern - dann kann sie allmählich anfangen, die Geldpolitik wieder zu normalisieren, so dass wir diese verrückte Situation, dass es Nullzinsen und auch Negativzinsen gibt, in absehbarer Zeit hoffentlich auch beenden“, so Schäuble. Der Finanzminister hatte in den vergangenen Monaten immer wieder öffentlich zu Protokoll gegeben, dass er mit dem Kurs der EZB nicht (mehr) einverstanden ist.

Schäuble ist das am längsten amtierende Mitglied des Deutschen Bundestages. Am 18. September wird er 75 Jahre alt werden, knapp eine Woche, bevor die Deutschen den nächsten Bundestag wählen.

Was Schäuble danach macht, hält er selbst bislang offen. Eine Möglichkeit besteht darin, dass er im Falle eines (derzeit sehr wahrscheinlichen) weiteren Wahlsieges der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Finanzminister bleibt. Es gibt aber auch Spekulationen, nach denen er wegen seines hohen Alters diese herausgehobene Position in einer künftigen Regierung nicht mehr einnehmen werde - der Finanzminister ist nicht nur national vielfach eingebunden, sondern vertritt Deutschland auch international; beispielsweise in der Eurogruppe und während der G20-Treffen.

Quelle: ala./Reuters
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE