<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Zeichentrickserie

Die Simpsons bauen auf Noppensteine

Von Timo Kotowski
 - 16:01

Hier ist alles eckig – mit der jüngsten Folge der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ dringt der Bausteinekonzern Lego zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr in die deutschen Wohnzimmer vor. Aus dem fiktiven Serienort Springfield wird am Montagabend Legoland. In Folge 20 aus der 25.Staffel der Erfolgsserie erschienen die Charaktere Homer, Marge, Bart und Lisa Simpson nicht mit Strichen gezeichnet, sondern kantig. Pro Sieben zeigt die Sonderfolge, die bereits im Mai in den Vereinigten Staaten zu sehen war. Darin: Bauklotzoptik im Haus, im Garten, sogar auf den Essenstellern.

„Wir haben viele Fans, die seit langem gesagt haben, dass die Simpsons und Lego eine gute Kombination sind“, sagt eine Lego-Sprecherin. Bis zum Jahr 25 nach der Ausstrahlung der ersten Folge mussten die Anhänger der gelbhäutigen Zeichentrickfiguren und der ebenso gelben Bausteinmännchen dennoch warten, bis es zur Kooperation von Spielzeugkonzern Lego und Serienproduzent Twentieth Century Fox kam. In der Sonderfolge gilt auch im Zeichentrick-Springfield das Lego-Prinzip. Serienmutter Marge Simpson erklärt es lapidar so: „Alles passt an alles andere.“ Die Bausteinnoppen machen es möglich.

Den Auftakt für das Lego-Simpsons-Projekt bildete zu Jahresbeginn ein Bausatz – 2523 Teile für 199 Euro, um das Heim der Comic-Familie nachzubauen. Das Set ist noch erhältlich, die Serien-Charaktere als Sammelfiguren sind dagegen längst ausverkauft. Das Serienabenteuer fügt sich derweil in die Lego-Strategie, Bausteine nicht mehr bloß ins Kinderzimmer zu liefern. Augenfälligstes Beispiel dafür war der „Lego-Movie“, der im Frühjahr in den Kinos lief und hierzulande weit mehr als eine Million Zuschauer anlockte. Zur Jahresmitte avancierte der dänische Konzern sogar zum größten Spielzeughersteller der Welt und mit einem Umsatz von 1,54 Milliarden Euro knapp vor dem amerikanischen Konkurrenten wie Mattel und Hasbro. Produkte zu Filmen sind Teil des Erfolgs – die Bausätze zu „Star Wars“-Filmen reiften zu einer der absatzstärksten Linien im Lego-Sortiment. Wenn 2015 ein neuer Film der Weltraumsaga anläuft, dürfte ihre Bedeutung steigen. Vorher sind die Simpsons dran.

Und die fühlen sich offensichtlich wohl in der Steinchenwelt. Serienvater Homer Simpson erinnert sich in der Klötzchenfolge der Serie an sein vorheriges Dasein, als wäre es ein Albtraum: „Es war völlig verrückt, mein Körper war schwabbelig, meine Hände sahen aus wie Schlangen aus Fleisch.“ Für 30 Minuten war gestern im deutschen Fernsehen alles gradlinig und hart wie Kunststoff. „Das ist keine Werbung, das ist eine Kooperation“, beteuerte Serienfigur Homer Simpson in der Folge. Deren Name „Auf dänische Steine können Sie bauen“ legte anderes nahe.

Quelle: F.A.Z.
Timo Kotowski
Redakteur in der Wirtschaft.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenHomer SimpsonLEGOProSieben