Weltwirtschaftsforum

Verschuldung behindert Geldpolitik nicht

Von Gerald Braunberger, Davos
25.05.2022
, 14:39
Klaas Knot bei einer Sitzung im niederländischen Parlament in Den Haag (Archivbild).
Auch für hochverschuldete Länder ist eine konsequente Inflationsbekämpfung vorteilhaft, sagt der Gouverneur der Bank der Niederlande in Davos. Klaas Knot weist zurück, dass diese Schulden eine zeitnahe Erhöhung der Leitzinsen durch die EZB verhindern.
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Die verbreitete Ansicht, die Europäische Zentralbank (EZB) könne wegen der hohen Verschuldung einiger Mitgliedsstaaten ihren Leitzins nicht erhöhen, ist nach Ansicht des Gouverneurs der Bank der Niederlande, Klaas Knot, unzutreffend. Dieser Ansicht werde zu viel Bedeutung beigemessen, sagte Knot auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Wichtig für die Beurteilung der Nachhaltigkeit von Staatsschulden sei die Fähigkeit eines Landes, die Schulden zurückzuzahlen. In der aktuellen Situation werde alleine die Inflation für ein deutliches Wachstum der nominalen Wirtschaftsleistung und damit der Staatseinnahmen führen, führte Knot aus.

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Ebenso wichtig sei die Tatsache, dass viele Länder in den vergangenen Jahren die sehr niedrigen Zinsen genutzt hätten, um die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsschulden zu erhöhen. „Wenn in einer solchen Situation die Zentralbank vorübergehend den Zins erhöht, um die Inflation zu bekämpfen, hat dies keine bedeutende Auswirkung auf die Tragfähigkeit der Staatverschuldung“, sagte Knot. Daher sei auch aus Sicht hoch verschuldeter Staaten eine rechtzeitige und konsequente Bekämpfung der Inflation die beste Geldpolitik.

Knot wandte sich gegen die Vorstellung, die Inflationsrate in der Eurozone sei ganz überwiegend auf Verteuerungen von Energie und Nahrungsmitteln zurückzuführen, gegen die eine Zentralbank machtlos sei. Dass sowohl die Inflationsrate als auch das Wirtschaftswachstum derzeit höher seien als erwartet, spreche auch für eine kräftige gesamtwirtschaftliche Nachfrage als ein Grund für die Inflation. In diesem Falle sei die Geldpolitik gefragt.

Quelle: FAZ.net
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