„Erstaunliche Entdeckung“

Riesige Schächte nahe Stonehenge gefunden

Aktualisiert am 22.06.2020
 - 19:48
Stonehenge in Südengland.
Es könnte eine der größten prähistorischen Kreisformationen Großbritanniens sein: Wissenschaftler haben in der Nähe des steinzeitlichen Monuments Stonehenge eine weitere Anlage entdeckt.

Archäologen haben eine 4500 Jahre alte prähistorische Kreisformation in der Nähe von Stonehenge in England entdeckt. Forscher mehrerer Universitäten hätten „20 oder mehr massive prähistorische Schächte mit einem Durchmesser von mehr als zehn Metern und einer Tiefe von fünf Metern“ enthüllt, teilte die Universität St. Andrews am Montag mit. Es handle sich vermutlich um eine der größten prähistorischen Strukturen Großbritanniens.

Der neolithische Kreis, etwa drei Kilometer von der prähistorischen Stätte Stonehenge entfernt, habe einen Durchmesser von mehr als zwei Kilometern, hieß es in der Erklärung. Es werde vermutet, dass die Formation in der Jungsteinzeit die Grenzen eines heiligen Gebietes markieren sollte.

Angenommen wird, dass die Schächte als Begrenzungen eines als heilig verehrten Bezirks mit einer Fläche von drei Quadratkilometern dienten, in dem sich auch das einst aus Holzpfosten bestehende Monument von Woodhenge befindet. Beides ist nur wenige Kilometer von den berühmten Steinkreisen von Stonehenge entfernt.

Nick Snashall, eine für die Weltkulturerbe-Standorte Stonehenge und Avebury zuständige Archäologin, sprach von einer „erstaunlichen Entdeckung“, die „einen neuen Einblick in das Leben und den Glauben unserer neolithischen Vorfahren“ biete.

Die Entdeckung ist nach Angaben des britischen „Guardian“ auch deswegen so außergewöhnlich, weil sie den ersten Beweis dafür lieferte, dass die frühen Einwohner Großbritanniens, hauptsächlich Bauerngemeinden, eine Methode zum Zählen entwickelt hätten. Um ein Bauwerk dieser Größe mit derartig exakt positionierten Elemente in regelmäßigen Abständen zu konstruieren, sei das Zählen von Hunderten von Schritten nötig gewesen.

Die Entdeckung wurde von einem Team von Archäologen verschiedener britischer Universitäten mittels Feldarbeit und spezieller Analysen gemacht. Unter anderem waren Forscher der Universitäten St. Andrews, Birmingham, Warwick sowie Glasgow beteiligt.

Quelle: AFP/dpa/bou.
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