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In ägyptischer Grabkammer

Archäologen entdecken mumifizierte Löwenbabys

Aktualisiert am 23.11.2019
 - 22:27
Ein mumifiziertes Löwenbaby aus der Vogelperspektive – die Forscher sind sich noch nicht bei allen Funden sicher, welche Tiere tatsächlich geopfert wurden.zur Bildergalerie
Forscher haben mumifizierte Löwenbabys ausgegraben. Sie glauben, damit neue Erkenntnisse über die Opferkultur der alten Ägypter liefern zu können.

Archäologen haben in Ägypten eine Grabkammer mit mehr als 75 Katzenstatuen aus Holz und Bronze und zahlreichen mumifizierten Tieren gefunden, darunter vermutlich erstmals auch Löwenbabys. Die fünf mutmaßlichen Löwenmumien stammten aus dem siebten Jahrhundert vor Christus, teilte Antikenminister Chalid al-Anani am Samstag bei der Präsentation des außergewöhnlichen Fundes nahe Kairo mit. Die Grabkammer sei in der bekannten Nekropole Sakkara am Nil gefunden worden, wo Hunderttausende Tiere geopfert und in Gräbern deponiert wurden. Neben Löwen und Katzen fanden die Forscher in der Kammer auch mumifizierte Vögel, Kobras, Krokodile und einen riesigen mumifizierten Käfer, der drei- bis viermal so groß wie normal sein soll.

Wenn sich die vorläufigen Untersuchungen bestätigten, wäre es das erste Mal, dass mumifizierte Löwenbabys in Ägypten gefunden worden seien, sagte der Generalsekretär des ägyptischen Hohen Antikenrates, Mustafa Wasiri. Zwei der Mumien, die schon untersucht worden seien, ließen darauf schließen, dass die Tiere etwa acht Monate alt waren. Im Jahr 2004 hatten Forscher mit dem Fund des kompletten Skeletts eines älteren männlichen Löwen nachgewiesen, dass die Raubkatzen in der Spätzeit eine Rolle im Kult der alten Ägypter spielten. Sie glaubten entweder, dass die mumifizierten Tiere Gottheiten waren, die angebetet werden sollten, oder sie mumifizierten sie, um sie den Göttern anzubieten.

Die Ägyptologin und Mumienexpertin von der American University in Kairo, Salima Ikram, sagte dem britischen „Guardian“: „Menschen brachten mumifizierte Tiere als Andachtsgaben. Das hatte mehr Bedeutung als ein Blutopfer.“ Sie zeigte sich begeistert von den Neufunden und schätzte sie auf die ptolemäische Zeit, die 30 vor Christus endete. „Ich denke, es ist eine der aufregendsten Fundreihen in der Welt der Tiermumien überhaupt.“

Ägypten hofft, dass der Fund auch wieder zahlreiche Touristen anlockt. Wegen der unsicheren Lage und der politischen Instabilität nach der Revolution von 2011 waren zuletzt viele Urlauber nicht mehr in das nordafrikanische Land gereist. Die neue Regierung um Präsident Abd al Fattah al Sisi ist nun darum bemüht, Sicherheit wieder zu einem zentralen politischen Thema zu machen. Dafür wurden zuletzt auch etliche regierungskritische Proteste mundtot gemacht.

In der bekannten Nekropole Sakkara südlich von Kairo soll bald das Ägyptische Museum neu eröffnet werden. Die Eröffnung hatte sich lange verzögert.

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3000 Jahre alte Sarkophage
Ägypten stellt archäologische Sensation vor

Quelle: frez./dpa
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