Funde in Ägypten

Isis und Neftis mit goldenen Gesichtern

Von Peter-Philipp Schmitt
02.06.2022
, 19:39
Gut erhaltene Mumien: In Ägypten wurden 250 Holzsarkophage entdeckt.
Schon zum fünften Mal seit 2018 kann Ägypten neue spektakuläre Funde präsentieren. Das Land will damit auch Touristen ins Land locken, die zuletzt ausgeblieben sind.
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Seit in Ägypten die Touristen vor allem auch aus Russland ausbleiben, erst wegen Corona, nun wegen des Kriegs in der Ukraine, scheinen sich die spektakulären Funde im Land am Nil zu häufen. Doch die Ausgrabungsstätte in Sakkara zu Füßen der berühmten Stufenpyramide des altägyptischen Königs Djoser ist auch besonders ergiebig. Schon zum fünften Mal seit 2018 wurden am Montag Dutzende Artefakte präsentiert, alle aus wesentlich jüngerer und nicht aus Djosers Zeit, der ein Herrscher der dritten Dynastie war und etwa um 2700 vor Christus regierte.

Die 250 Sarkophage aus Holz, die nun in der Nekropole unweit von Kairo entdeckt wurden, sind etwa 2500 Jahre alt und stammen aus der Spätzeit des alten Ägyptens, als das Land unter persischer Fremdherrschaft stand. Allerdings sind sie dafür in einem erstaunlich guten Zustand, selbst die Farben der Bemalung wirken noch frisch, wie die Archäologen des Ministeriums für Tourismus und Altertümer am Montag mitteilten. Und die meisten der Särge sind auch noch versiegelt, enthalten also noch die Mumien der jeweiligen Verstorbenen.

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Beeindruckende Holzstatuen

Auch etwa 150 Bronzestatuen, die ägyptische Gottheiten wie Anubis, Osiris, Nefertem, Isis und Hathor darstellen, wurden freigelegt, zudem eine Papyrusrolle von gut neun Meter Länge, die Auszüge aus dem sogenannten Totenbuch sowie auch Flüche und Sprüche enthält, die vor Grabräubern schützen sollten. Die Schrift soll nun im Labor des Ägyptischen Museums in Kairo näher untersucht und übersetzt werden. Besonders angetan war der Ausgrabungsleiter Mohamed Al Saidi von zwei hölzernen Statuen mit goldfarbenen Gesichtern, die an einem der Särge knieten. Sie stellen Isis und Neftis dar und ­sollten am Kopf- und am Fußende um den Toten trauern, wie Mohamed Al Saidi gegenüber dem CBS-News-Korrespondenten Ahmed Shawkat am Montag sagte. In dem Sarg lag auch die Papyrusrolle.

Bisher wurden schon mehr als 450 Sarkophage in der Nekropole von Sakkara am westlichen Nilufer entdeckt, ein großer Teil der Ausgrabungsstätte ist aber noch gar nicht erforscht. Sicher werden die Archäologen schon bald weitere Sarkophage freilegen, die dann ebenfalls in das neu erbaute Ägyptische Museum gebracht werden, das dieses Jahr als Touristenmagnet in Kairo eröffnen soll.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schmitt, Peter-Philip
Peter-Philipp Schmitt
Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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