FAZ plus ArtikelIntelligenter Nahverkehr

Mehr Überblick, weniger Autos

Von Piotr Heller
15.06.2018
, 17:49
Im Großraum New York City gab es zwischen Januar 2009 und Juni 2016 rund 1,3 Milliarden Taxifahrten. Das Bild markiert grün die Startpunkte. Besonders oft stiegen Leute demnach in Lower Manhattan und den Flughäfen JFK (rechts unten) und La Guardia (rechts oben) ein.
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Fahrdienste wie „Uber“ sind als solche noch nicht die Lösung für städtische Verkehrsprobleme. Die Idee, Fahrgäste mittels Apps und Algorithmen zu koordinieren, aber vielleicht schon.
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Am 1. Juli 1914 begann die Zukunft der städtischen Mobilität. Sie dauerte nur sechs Jahre. An jenem Tag, einem Mittwoch, nahm ein gewisser L. P. Draper in Los Angeles einen Passagier in seinem Ford Modell T mit. Für die kurze Strecke zahlte der Fahrgast fünf Cent oder einen „Jitney“, wie man zu der entsprechenden Münze damals sagte. Das Wort wurde bald zum Synonym für diese Art des Transports, denn schon bald begannen andere Eigner privater Automobile, es Draper nachzumachen.

Die Jitneys fuhren ohne festes Ziel los. Sobald ein Fahrer seinen ersten Passagier aufgenommen hatte, schrieb er dessen Ziel auf ein Schild und legte es hinter die Windschutzscheibe. Unterwegs nahm er dann weitere Fahrgäste mit, die in die gleiche Richtung wollten. Feste Routen gab es nicht. Bald machten die Jitneys den Straßenbahnen Konkurrenz, in Amerikas Städten damals das dominierende Verkehrsmittel. Gerade in Los Angeles hatten Jitneys einen Vorteil. Die Arbeitsstätten der Filmindustrie waren über die ganze Stadt verstreut, und mit den flexiblen Privatautos kamen die Filmschaffenden schneller ans Ziel. Die Idee breitete sich zunächst nach San Francisco und Seattle aus, eroberte mit Dallas die erste Stadt im Süden und kam im März 1915 schließlich an der amerikanischen Ostküste an. Ein Jahr nach Drapers erster Fahrt waren geschätzte 62.000 Jitneys unterwegs.

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Quelle: F.A.S.
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