FAZ plus ArtikelInternet-Propaganda

Im Reich der Trolle

Von Johanna Kuroczik
11.05.2022
, 10:52
Fake News schaffen es schneller in unsere Ohren und Gedächtnisse, als Fakten.
Das Internet und Soziale Medien sind ideale Waffen im Informationskampf. Das zeigt auch der Krieg in der Ukraine. Wie funktioniert digitale Propaganda im 21. Jahrhundert?
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Putin reitet lässig mit Sonnenbrille auf einem Bären, im knallig blauen Hintergrund ist eine Rakete zu sehen. Ein harmloses Bildchen, das auf Facebook im März tausendfach geteilt wurde, könnte man meinen. Wenn es nicht von einem gefälschten Account verbreitet worden wäre, der wie Tausende Teil einer russischen Kampagne ist. Wer die Massen manipulieren will, braucht heute keine Versammlungen in Stadien, keine Megafone und keine Plakate – nützlicher sind ein paar Computer. Das Internet und die sozialen Medien sind ideale Instrumente, um Millionen zu beeinflussen. Das spüren wir derzeit, der Krieg in der Ukraine wurde schon als erster „Tiktok-Krieg“ bezeichnet. Fast in Echtzeit erreichen uns Berichte, Fotos und Videos aus den umkämpften Gebieten. Manche sind bearbeitet, verfälscht und werden gezielt verbreitet. Wie funktioniert der Online-Informationskrieg? Warum sind wir anfällig? Kann man sich wehren?

Fast alle Erwachsenen in Deutschland nutzen regelmäßig das Internet. Unter den sozialen Medien ist der Messengerdienst Whatsapp am beliebtesten, jeden Tag sind schätzungsweise 50 Millionen hierzulande aktiv. Danach folgen Youtube und Facebook, bei den Jüngeren stehen Instagram und das Videoportal Tiktok hoch im Kurs. Die Geschwindigkeit, mit der sich Informationen verbreiten, ist enorm. Allein auf Twitter, das besonders von Politikern und Journalisten frequentierte Forum, werden am Tag rund 500 Millionen Posts abgesetzt. Online kann sich jeder vernetzen und ungefiltert seine Meinung kundtun.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Kuroczik, Johanna
Johanna Kuroczik
Redakteurin im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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