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Maschinenverhalten

KI als fremdes Wesen

Von Sibylle Anderl
 - 18:25

Die Welt ist bevölkert von black boxes – komplexen Systemen, von denen wir zwar sagen können, was in sie hineingeht und aus ihnen herauskommt, deren Innenleben und interne Funktionsweisen uns aber weitgehend rätselhaft bleiben. Der menschliche Geist zählt nach wie vor dazu, erst recht die mentalen Zustände von Tieren. Wer kann schon sagen, was der eigene Wellensittich wirklich denkt?

Man könnte meinen, wir hätten damit schon genug der unverständlichen Agenten. Doch in den vergangenen Jahren haben wir selbst für reichlich Zuwachs gesorgt, indem wir unser Leben mit intelligenten Maschinen angereichert haben. Maschinen, die wir noch weniger verstehen als unsere Mitlebewesen, schon allein aufgrund ihrer internen Komplexität, ihrer Abhängigkeit von Trainingsbedingungen und der Tatsache, dass ihr Design und ihre Architektur oft geheim gehalten werden. Die Notwendigkeit, das Verhalten Künstlicher Intelligenzen trotz dieser Einschränkungen zu durchschauen, liegt dabei auf der Hand. Schließlich beeinflussen sie heute zunehmend unsere sozialen, kulturellen, politischen und ökonomischen Interaktionen.

Klug verdrahtet
Klug verdrahtet

Wenn der Mensch mit der Maschine – Intelligenzen im Labor

Klug verdrahtet

Wissenschaftler haben sich vor diesem Hintergrund zusammengeschlossen und, wie sie jüngst im Journal „Nature“ berichteten, ein neues Forschungsfeld initiiert: Unter dem Namen „Maschinenverhalten“ studieren Verhaltensforscher, Informatiker und Ingenieure intelligente Maschinen mit denjenigen Methoden, die sonst beim Studium von Tieren zum Einsatz kommen. Empirisch wird dabei getestet, wie Algorithmen sich in verschiedenen Umgebungen verhalten, wie sie miteinander interagieren, welchen Einfluss sie auf Menschen haben und wie diese gleichzeitig auf sie zurückwirken – Fragen, deren Antworten wir kennen sollten, bevor wir unser Schicksal den Algorithmen anvertrauen. Wenn wir die potentiellen Fallstricke von KI nicht kennen, bringen wir uns möglicherweise um ihren gewaltigen Nutzen, so warnen die Forscher.

Vielleicht könnte man in dieser Linie einen Vorschlag des Philosophen Daniel Dennett aufgreifen, der jüngst das Äquivalent eines medizinischen Beipackzettels mit bekannten Risiken und Nebenwirkungen für KI anregte – und der, wie Dennett spekuliert, für KI wohl deutlich länger wäre als diejenigen der meisten neuen Medikamente.

Quelle: F.A.Z.
Autorenbild/ Sybille Anderl
Sibylle Anderl
Redakteurin im Feuilleton.
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