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Und wenn sie nicht gestorben sind ...

Von MICHAEL BRENDLER und JOHANNA KUROCZIK
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Illustration: Hanna Brückner

19.08.2019 · Es gibt Mythen in der Medizin, die sich im Volksmund hartnäckig halten. Nicht immer ist richtig, was schon die Oma wusste. Oder was Doktor Internet heute behauptet, denn auch über Medizin werden online bewusst „Fake News“ verbreitet, mit fatalen Folgen. Mediziner rufen nun zum Kampf auf.

A b wann darf von einer „heftigen wissenschaftlichen Kontroverse“ die Rede sein? Der Fernsehsender Arte nutzte diese Formulierung recht großzügig und befeuerte damit 2016 die Debatte über eine Theorie, die Forscher und Mediziner schon vor Jahrzehnten als widerlegt abgehakt hatten. Die Belege, dass ein hoher Anteil an cholesterinhaltigen Proteinen im Blut mit sogenannten LDL-Partikeln Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigt, waren erdrückend. Doch wer am Abend des 18. Oktober 2016 auf Arte den Dokumentarfilm „Cholesterin, der große Bluff“ schaute, wurde belehrt, dass die fettbeladenen Proteine gar nicht zur Entstehung der Krankheiten beitrügen. Sie seien vielmehr ein Sündenbock der Pharma- und Nahrungsmittelindustrie, mit dem diese viel Geld verdienen würden. Die Statin-Tabletten, die dieses sogenannte böse Cholesterin im Blut vermindern, verhindern laut Arte nicht etwa Gefäßverschlüsse in Herz und Hirn, sondern führen erst zu ihnen. Studien mit über 170 000 Patienten belegen zwar das Gegenteil, doch sie wurden im Film entweder nicht genannt oder als Fälschungen der Pharmaunternehmen deklariert. Dafür wurde über Nebenwirkungen der Statine berichtet, wie Muskelbeschwerden oder gar Demenz. Nicht erwähnt blieb, dass die Muskelbeschwerden nur bei einem Prozent der Patienten auftreten und die Forschung trotz intensiver Prüfung keinen Zusammenhang zwischen Demenz und Statin-Einnahme gefunden hat.

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Quelle: F.A.S.