FAZ plus ArtikelArktis-Expedition MOSAiC

Freiluftlabor auf der Eisscholle

Von Rebecca Hahn
Aktualisiert am 16.11.2020
 - 14:35
Im Winter wurde das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ zur einzigen Lichtquelle für die Teilnehmer der Expedition, und zwar über lange Wochen. zur Bildergalerie
Über ein Jahr lang driftete die Crew des Forschungseisbrechers „Polarstern“ durch die Arktis. Was Forschung unter derart harschen Bedingungen bedeutet, dokumentierte ein Kamerateam – auch in der Dunkelheit der Polarnacht.

Die Arktis im Winter – das war bis letztes Jahr ein blinder Fleck der Wissenschaft. Das Meereis ist in dieser Jahreszeit so dick, dass selbst PS-starke Eisbrecher nur mit Mühe in die zentrale Polarregion vordringen können. Forschern fehlten deshalb verlässliche Daten, um das arktische Klimasystem zu verstehen. Das sollte sich mit der MOSAiC-Expedition unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) ändern: Über ein Jahr lang driftete die „Polarstern“, festgefroren an einer Eisscholle, durch die Arktis. Mehr als dreihundert Wissenschaftler aus zwanzig Nationen beteiligten sich an dem Projekt und verwandelten die Scholle rings um den deutschen Forschungseisbrecher in ein riesiges Freiluftlabor. Ebenfalls mit an Bord: zehn Kameraleute, von denen jeweils zwei einen Teil der Expedition im Auftrag von rbb, NDR sowie hr dokumentierten. Nur fünf Wochen nachdem die „Polarstern“ wieder in ihren Heimathafen Bremerhaven eingelaufen ist, zeigt das Erste am Montag, 16. November, ein erstes Ergebnis dieses Langzeitdrehs.

Der Dokumentarfilm „Expedition Arktis“ kondensiert die ersten drei Abschnitte der MOSAiC-Expedition von September 2019 bis Mai 2020 auf neunzig Minuten Sendezeit. Zu sehen sind beeindruckende Bilder aus einer Landschaft, die wie nicht von dieser Welt zu sein scheint und von deren Zukunft doch das Klima des ganzen Planeten abhängt. Auch können Fernsehzuschauer über die Schultern jener Wissenschaftler blicken, die trotz Minustemperaturen, anhaltender Dunkelheit und Corona-Pandemie darum ringen, der Arktis die so dringend benötigten Daten abzugewinnen.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Hahn, Rebecca
Rebecca Hahn
Freie Autorin in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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