FAZ plus ArtikelKlimaschutz und die Politik

Verantwortung auf den falschen Schultern

Von Anders Levermann
20.03.2019
, 14:12
Die individuelle Anstrengung, etwas zur Lösung unserer globalen Probleme beizutragen, kann nicht von jedem verlangt werden.
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Umweltschützer reden uns seit Jahrzehnten ein schlechtes Gewissen ein. Dabei kann die Lösung globaler Probleme, wie des Klimawandels, nicht Aufgabe des Einzelnen sein. Ein Plädoyer für mehr politische Verantwortung.
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Umweltschutz ist gleich Verzicht. Bei keinem anderen Thema wird der Einzelne so reflexartig in die Verantwortung genommen wie bei Erderwärmung, Plastikvermüllung, Verkehrskollaps. Seit den Achtzigern hat dies bei den meisten Menschen vor allem eines bewirkt: ein schlechtes Gewissen. Sie fahren zu viel Auto, essen zu viel Fleisch und fliegen in den Urlaub. Und es stimmt ja auch: Das alles ist nicht gut fürs Klima.

Wahr ist aber auch: Um das Klima zu stabilisieren, müssen wir weltweit den Ausstoß von Treibhausgasen in den nächsten 30 Jahren auf null bringen. Wirklich null, so haben es nicht nur die Staaten der Welt im Abkommen von Paris beschlossen, so schreibt es die Physik vor, wenn wir verhindern wollen, dass die Erwärmung unseres Planeten über zwei Grad ansteigt. Hierfür braucht es sehr grundsätzliche Veränderungen.

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