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Foto: DPA

Die Kurven der globalen Krise

Von JOACHIM MÜLLER-JUNG
Foto: DPA

29.01.2019 · Beunruhigende Forschungsergebnisse, zusammengefasst in jeweils einem Bild: Die Nachrichten über die Erderwärmung wurden zuletzt immer schriller. Unsere Grafiken, die aus den jüngsten Forschungsstudien erzeugt wurden, bezeugen den beschleunigten Wandel im Eis, in den Böden und in den Ozeanen.

Exemplarisch für die eklatante Beschleunigung der Erderwärmung: Die Abweichung der jüngsten November-Durchschnittstemperaturen verglichen mit dem langjährigen Mittelwert (1951 bis 1980).





Steil nach oben
Die ansteigende Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid in der Luft ist trotz einiger eingeleiteter Klimaschutzmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten praktisch ungebrochen. Die Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe steigen seit zwei Jahren sogar noch stärker als vorher. Dieses Jahr 2019 soll neuen Studienergebnissen zufolge einen neuen C02-Rekord – mehr als 410 ppm – bringen, auch wegen der zunehmenden Trockenheit auf den Kontinenten und der Erschöpfung der Vegetation als Kohlenstoffspeicher.





Dauerfrost, das war einmal, es herrscht Tauwetter
„Die Erderwärmung hinterlässt immer deutlichere Spuren in den Permafrostregionen der Welt.“ Mit diesen Worten begleitet das AWI-Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung die jüngste Veröffentlichung des internationalen Permafrost-Netzwerks in „Nature Communications“. Hier gezeigt sind die Temperaturentwicklungen in den normalerweise ganzjährig gefrorenenen Böden der Arktis sowie in den Hochgebirgen, doch auch in den Permafrostböden der Antarktis und dem arktischen Übergangsbereich zeigt die Erwärmungskurve sukzessive nach oben.





Wütende Meere
Gleich drei große wissenschaftliche Veröffentlichungen bezeugen die Folgen der globalen Erwärmung für die Ozeane: In einem „Science“-Paper wird gezeigt, dass sich der Wärmeinhalt in den obersten zweitausend Metern in den letzten dreißig Jahren noch viel mehr beschleunigt hat als erwartet – und 2018 einen historischen Rekordwert erreicht hat. In diesem Zeitraum ist auch der Beitrag der schmelzenden Gletscher zum Meeresspiegelanstieg gewachsen – und weit überdurchschnittlich insbeondere die abtauenden Grönlandgletscher. Die See ist vielerorts auch rauher geworden, die Wellen höher, weil dort die von Winden transportierte Energie auf die Meeresoberfläche deutlich zunimmt.





Die große Schmelze
Die Eismassen der Antarktis und damit das größte gefrorene Süsswasserreservoir der Welt erleben seit den neunziger Jahren einen dramatischen Abwärtstrend. Auch die in einigen Teilen des Südkontinents zunehmenden Schneefälle konnten nicht ausgleichen, was vor allem an der Unterseite der Schelfeisflächen und an den Gletscherkanten großflächig verloren geht. In der hier nicht dargestellten Antarktischen Halbinsel haben diese Schmelzprozesse wie in der Westantarktis besonders früh eingesetzt. Das Inlandeis der Ostantarktis wurde lange als Erwärmungspuffer gehandelt, weil dort stellenweise noch Eiszuwächse an der Oberfläche verzeichnet wurden. Heute ist die Bilanz auch da längst ins Negative gerutscht.

Zwischen 1979 und 1990 verlor die Antarktis schätzungsweise 40 Milliarden Tonnen Eismasse pro Jahr, zwischen 2009 und 2017 waren es bereits mehr als 250 Milliarden Tonnen jährlich.


Quelle: F.A.Z.