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Mit Verzichtspanik wird nichts erreicht

Von Joachim Müller-Jung
Aktualisiert am 09.12.2019
 - 11:02
Dicke Luft in Stuttgart
Als müsste in einer klimafreundlicheren Welt jemand aufs Auto, aufs Heizen, Fliegen oder auf Kinder verzichten! Das Vertrauen in die Technik ist bei denen, die den Innovationsgeist am lautesten für sich reklamieren, am geringsten.

Der Geist von Paris liegt wieder auf dem Altar, bereitet, geopfert zu werden. In die zweite Woche gehen die Klimagipfelteilnehmer von Madrid mit dem sicheren und unguten Gefühl der politischen Suspendierung. Es geht nicht um Aufbruch, sondern darum, gewaltige Schlupflöcher zu verhindern. Die Klammeraffen toben. Im Artikel 6 im Regelbuch für den Pariser Klimavertrag, der Leitplanken für den Markt mit Verschmutzungsrechten handeln soll, sind die Verhandler ausgehend von mehr als sechshundert in Klammern gesetzten Formulierungen bis zum Wochenende nicht unter zweihundert gekommen. Neue, ambitioniertere Klimaziele haben zwei Nationen eingereicht, die 184 anderen warten weiter ab.

Die brutale Realität ist, dass es keine Vision gibt. Und die, die sich darüber freuen, dass wenigstens die Richtung stimme und verhandelt werde, immerhin, sie belassen es bei Durchhalteparolen. Die sechzehnjährige Greta Thunberg brauchte nur ein paar Stunden, nachdem sie in Madrid angekommen war, um es auf den Punkt zu bringen: Nichts ist erreicht bisher. Die Warnung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres zu Beginn, den „Krieg gegen die Natur“ endlich zu stoppen, hat wieder nicht verfangen, sein New Yorker Gipfel war schon brutal ernüchternd. Ein grotesker Zahlenstreit um die Teilnehmerzahl an der Freitagsdemo der Klimaaktivisten in der Innenstadt war der vorläufige Tiefpunkt. Eine halbe Million oder fünfzehntausend Teilnehmer, eigentlich völlig gleichgültig, denn wie ernst die Bevölkerung nicht nur in Europa die Lösung der Klimakrise nimmt, ist durch Repräsentativmfragen inzwischen hinlänglich dokumentiert.

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Quelle: F.A.Z.
Joachim Müller-Jung- Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Joachim Müller-Jung
Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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