FAZ plus ArtikelNaturgefahren

Der Klimawandel nagt am Berg, die Hänge kommen ins Rutschen

Von Andreas Frey
15.04.2022
, 20:01
Piz Cengalo
Ob Graubünden, Steiermark oder Schwäbische Alb: In einigen Bergregionen werden Felsstürze und Muren stark zunehmen. Weil der Klimawandel mehr Regen bringt, und dem Boden oft der Halt fehlt. Was schützt vor solchen Naturgefahren?
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Kaum weht Sommerluft nach Mitteleuropa, brodeln schon wieder die Quellwolken. Nirgendwo in Europa blitzt und donnert es häufiger als im Südosten Österreichs. Kärnten und die Steiermark bieten neben Oberitalien und Slowenien ideale Bedingungen für tobende Gewitter. Ein Sommer ohne Unwetter ist hier wie ein Winter ohne Schnee. Eines bleibt allerdings unvergessen: Als sich Ende Juni 2009 der Himmel über weiten Teilen des Landes verdunkelte, startete damit eine ganze Serie an Schwergewittern. Besonders betroffen war damals die Region um Feldbach bei Graz. Drei Tage lang prasselte Starkregen auf die Urlaubsregion im südlichen Alpenvorland nieder, die Böden waren von einer außergewöhnlich großen Schneeschmelze im März schon getränkt. Die Folgen waren verheerend: Mehr als 3000 Hänge kamen damals ins Rutschen, Straßen und Brücken standen unter Wasser, 560 Häuser wurden beschädigt.

Im vierzig Kilometer entfernten Graz haben Klimaforscher die Katastrophe von 2009 nun näher untersucht. Das Team um Douglas Maraun ging der Frage nach, ob der Klimawandel die Gefahr am Hang verschärft und was man gegen solche Starkregenereignisse in den Alpen tun kann. Die Wissenschaftler wollten insbesondere herausfinden, wie ein derart verheerendes Unwetter ablaufen würde, wenn sich die Atmosphäre weiter aufheizt. Mehrere Szenarien haben die Autoren in ihrer Modellstudie durchgerechnet. Und die Ergebnisse, die sie in „Nature Communications Earth & Environment“ veröffentlicht haben, sind beunruhigend.

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Quelle: F.A.S
Autorenporträt / Frey, Andreas
Andreas Frey
Freier Autor in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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