FAZ plus ArtikelRecyclebares Plastik

Geht das auch in Bio?

Von Rebecca Hahn
09.09.2020
, 12:11
Zahnbürsten aus Bambus retten die Welt nicht vor der Plastikflut. Biokunststoffe können ein Anfang sein, doch es hapert am Recycling. Was wirklich nötig ist, um Plastikmüll zu reduzieren, haben Forscher nun modelliert.

Ob im Schnee der Arktis, zwischen den Sandkörnern der Sahara oder viertausend Meter unter dem Meeresspiegel – überfall finden Forscher Spuren von Plastik, kein Winkel der Erde ist mehr frei vom Kunststoff. Nicht mal unser Inneres, wie Wissenschaftler vor wenigen Wochen auf einer Tagung der American Chemical Society berichteten: In zahlreichen Proben menschlichen Leber- und Fettgewebes entdeckten sie Partikel, die Bisphenol A enthalten, kurz BPA. Was die im Körper genau anrichten, ist noch unklar. Zumindest in Tierversuchen bringen in Plastik enthaltene Chemikalien den Hormonhaushalt durcheinander, führen zu Entzündungen und Krebs. Mediziner fürchten, dass Menschen ähnlich auf Plastikkrümel im Gewebe reagieren.

Bildgewaltige Beispiele dafür, wie Plastikabfälle die marine Umwelt verheeren, sind in den Medien inzwischen fast schon ein eigenes Genre: Meerestiere fressen den Müll und verhungern bei vollem Magen, Wale verheddern sich in umhertreibenden Fischernetzen. Doch an Land sieht es eigentlich noch schlimmer aus. Laut Plastikatlas 2019 sind die Böden viermal so stark vermüllt wie die Meere. Noch mehr Kunststoff schwimmt in den Binnengewässern. Davon, dass bereits die Herstellung des späteren Unrats aus Erdöl CO2 freisetzt, ganz zu schweigen.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Hahn, Rebecca
Rebecca Hahn
Freie Autorin in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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