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Der Sommer, die Stadt und der Klimawandel

Von ANDREAS FREY
Foto: Google Earth, koloriert

03.09.2019 · Die Hitzewellen der Zukunft werden in unseren urbanen Betonschluchten besonders unerträglich sein. Höchste Zeit für die Stadtplaner, die Einsichten der Stadtklimaforschung zur Kenntnis zu nehmen.

V om Dach der TU Berlin lässt sich beobachten, wie eine Stadt nicht aussehen darf, wenn sie eine Zukunft haben will. Zwischen klotzigen Hochhäusern erstrecken sich Wüsten aus Beton und Asphalt. Rasenflächen gibt es praktisch nicht, Bäume und Sträucher sind so mickrig wie der Schatten, den sie werfen. Ideal ist dieser Ort nur für Autos und Lastwagen. Auf sechs Spuren donnert der Verkehr auf der Straße des 17. Juni an der Universität vorbei, in der Mitte und am Rand der Fahrbahn sind Parkplätze ausgewiesen. Der Stadtteil, der da unten glüht und dröhnt, sieht noch ganz aus wie die alte autogerechte Bundesrepublik. Es ist der weniger noble Teil von Charlottenburg.

Achim Holtmann tritt näher an die Brüstung heran und deutet mit der Hand auf den Parkplatz vor dem Hochhaus. Es ist Ende Juli, sein Outfit passt zur Rekord-Hitzewelle, die zu diesem Zeitpunkt erst erwartet wird: Bermudahose und ein lila T-Shirt. Die Sonne ist zwar gerade hinter Wolken verschwunden, doch es braucht nicht viel Phantasie, um sich diesen Platz bei brütender Hitze vorzustellen. „Ohne Schatten wird es da unten sehr heiß“, sagt Holtmann sachlich.

Die Temperaturen rings um den Berliner Ernst-Reuter-Platz in der Computersimulation eines Sommertages am Abend

Die Temperaturen um 18 Uhr, heute (li) und im Jahr 2100 (re) Illustration: Björn Maronga, Uni Hannover. Simulationsdaten Mohamed Salim, HU Berlin.

Holtmann ist Geograph und Ökologe, ein Doktorand, der sich auf das Stadtklima spezialisiert hat. Wie es sich für einen Wissenschaftler gehört, kann er seine Aussage auch gleich belegen. Zwei Jahre ist es her, dass er vor dem TU-Hochhaus eine Messkampagne startete. Mit Thermometern und anderem Gerät auf dem Rücken lief er an einem Sommertag zahlreiche Standorte am Hauptcampus ab, um die Oberflächentemperatur in der prallen Sonne zu messen. Während er im Schatten der Bäume kaum mehr als dreißig Grad Celsius registrierte, stiegen die Werte inmitten der Betonödnis auf fast fünfzig Grad, obwohl die Lufttemperatur an jenem Tag noch moderat ausfiel. Wie unerträglich heiß wird es auf solchen Flächen erst, wenn Wüstenluft nach Berlin strömt? Wenn die Sommer heißer werden und die Hitzewellen länger?

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Quelle: F.A.S.