FAZ plus ArtikelAntijüdische Bilder

„Ausgesprochen abstoßend“

Von Andreas Rossmann
22.02.2021
, 19:52
Im Kölner Dom gibt es zahlreiche antijüdische Bildzeugnisse. Nicht alle sind Relikte aus dem Mittelalter, manche sind keine 60 Jahre alt. Wie soll man mit ihnen umgehen?

Der Kölner Dom gilt als die vollkommene Kathedrale. Aber er dürfte, das legt die bisherige Forschung nahe, auch die katholische Kirche in Europa sein, in welcher der christliche Antijudaismus die meisten und deutlichsten Spuren hinterlassen hat. Das fängt an mit dem Dreikönigeschrein, der um 1225, noch vor der Grundsteinlegung (1248), fertiggestellt wurde: In der Geißelungsszene werden die Schergen mit Judenhüten als Feinde Christi hingestellt und durch Fratzen denunziert.

Ein um 1270 geschaffener Wasserspeier, der die Achskapelle unter der nördlichen Figurenlaube abschließt, hat die Gestalt einer sogenannten Judensau. Das Motiv, das im Mittelalter (nur) im deutschen Sprachraum verbreitet war, zeigt ein auf den angewinkelten Hinterbeinen hockendes Schwein, an dessen Zitzen ein Mann mit Judenhut saugt.

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Andreas Rossmann
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