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Heisszeit

Von JOACHIM MÜLLER-JUNG
Foto: Zinyange Auntony/Laif, Getty

25.11.2019 · Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. In einer vierteiligen Serie zeigen wir, wie er unser aller Leben verändert. Zu Beginn die Frage: Was wissen wir eigentlich über den Wandel?

I n wenigen Wochen, kurz nach dem Klimagipfel, der Anfang Dezember in Madrid stattfindet, beginnt das Jahr 2020. Dann greifen die Regeln des Pariser Klimaabkommens. Wieder so ein historisches Datum für die Weltgemeinschaft. Wieder eine Gelegenheit, das Steuer herumzureißen. Momente wie diesen gab es schon viele, bewirkt aber wurde im Klimasystem bisher fast nichts. Der globale Wandel beschleunigt sich vielmehr weiter. Mit ihm umzugehen ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Deshalb widmen wir dem Thema eine Serie. In dieser und den nächsten drei Ausgaben fragen wir: Wie leben wir, wenn es immer heißer wird?

Am Anfang steht die Frage, was wir überhaupt über den Klimawandel wissen? Und ob wir aus dem Wissen die nötigen Schlüsse ziehen. Wie wohl kein anderer Moment in der jüngeren Geschichte zeigt der Herbst vor 37 Jahren, was in der Bewältigung der globalen Krise schiefgelaufen ist. Am 12. November 1982 unterschrieb M.B. Glaser, der für Umweltfragen zuständige Manager von Exxon Mobil, ein an die Geschäftsleitung des Ölkonzerns gerichtetes Memo. Unter dem Stichwort „CO2 ,Treibhaus‘-Effekt“ legte es dar, wie die hauseigenen Fachleute „das mit zunehmend größerer Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen und öffentlichen Presse behandelte“ Thema sehen. Das Memo verschwand schnell in der Schublade. Der Inhalt war den Verantwortlichen offenbar zu heiß.

Erstaunlich exakte Prognosen

Von vorindustriellen 280 auf 340 ppm (Anteile pro Million Luftmoleküle) sei die Kohlendioxid-Konzentration bereits gestiegen, hieß es in dem Bericht, und die Exxon-Wissenschaftler formulierten für jeden verständlich, woran das lag: an der Verbrennung von immer mehr fossilen Brennstoffen, also auch Exxon-Erdöl, und an der Abholzung der Regenwälder. Die Forscher rechneten zudem vor, was das für die Zukunft bedeutet: „Unsere beste Schätzung hat ergeben, dass eine Verdoppelung der aktuellen Kohlendioxid-Konzentration die globale Temperatur um ungefähr 1,3 bis 3,1 Grad erhöhen könnte.“ Fast genau so kam es. Die Kohlendioxid-Konzentration beträgt inzwischen rund 410 ppm, der Planet hat sich seit der Industrialisierung um knapp ein Grad erwärmt. Auch die langfristige Prognose von Exxon – mehr als drei Grad bis 2080 – deckt sich erstaunlich gut mit den aktuellen Zahlen des zwischenstaatlichen und mit Nobelpreiswürden ausgezeichneten Weltklimarates IPCC. Dieser wurde freilich erst sechs Jahre später gegründet.

Die Wüste kommt näher. Dieses Dorf am Rande Nuakschotts, der Hauptstadt Mauretaniens, illustriert das Problem deutlich: Die durch den Klimawandel verursachte Wüstenbildung auf der Erde bedroht immer mehr Menschen und führt zu enormen wirtschaftlichen Schäden. Mehr als drei Milliarden Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen davon betroffen. Gut 700 Millionen könnten in den nächsten 30 Jahren zur Flucht gezwungen sein, wenn die Entwicklung weiter wie bislang voranschreitet. Foto: Getty

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