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Frage 10

Woher Wasser nehmen?

Von Fred Hattermann und Frank Wechsung
Aktualisiert am 11.03.2007
 - 10:00
Der Deichbau und der Schutz vor Überflutungen gewinnt durch den Klimawandel eine ganz neue Brisanz. Insbesondere der Westen Deutschlands ist durch Hochwasser gefährdet. Dennoch gibt es wirksame Maßnahmen.

Wer sich an der norddeutschen Küste aus Altersgründen nicht mehr am Deichbau beteiligen konnte, musste seinen Hof an einen Jüngeren abgeben. Dem Deichbau und dem Schutz vor Überflutungen gaben unsere Vorfahren enorme Priorität. In Zeiten des Klimawandels, wenn der Meeresspiegel steigt und Wetterextreme zunehmen, gewinnt das eine ganz neue Brisanz. Der Klimawandel zwingt uns die Entscheidung auf, ob wir uns weiter anpassen oder aber weichen wollen.

Dank Wasserbau können fast alle deutschen Großstädte an Flüssen liegen. Auf den Wasserwegen werden dreizehn Prozent des Güterverkehrs abgewickelt. Vor allem für den Rhein stellt sich jedoch die Frage, wie man dies weiter gewährleisten kann. Langjährige Wetterbeobachtungen zeigen, dass der Niederschlag in Deutschland über die vergangenen Jahrzehnte im Winter deutlich zugenommen und im Sommer abgenommen hat. Diese Tendenz wird sich klimawandelbedingt verstärken.

Der Wasserverbrauch muss weiter sinken

Insbesondere im Westen Deutschlands, wo die Niederschläge insgesamt zunehmen werden, kann es durch häufigere und heftigere Niederschläge zu stärkeren Hochwassern kommen. Andererseits werden die Flüsse insbesondere in Ostdeutschland, wo die Niederschläge nicht zunehmen, weniger Wasser führen. Der Schifffahrt drohen Unterbrechungen.

Die Auswirkungen des Klimawandels lassen sich aber zumindest lindern. Die nötige Anpassung reicht vom individuellen Wasserverbrauch über die Landnutzung bis zur Gestaltung von Flusslandschaften. Der Wasserverbrauch von Haushalten und Industrie muss weiter sinken, damit die Grundwasserspeicher auch in Trockenzeiten gefüllt bleiben. Bei diesem Ziel kann auch eine Rückverwandlung von Nadel- in Mischwälder helfen, da der Niederschlag auf Laubbäumen besser den Boden erreicht und so das Grundwasser auffüllt.

Intelligent geplanter Rückbau von Deichen wichtig

Auch Landwirte können dazu beitragen, dass uns die Wasserreserven nicht ausgehen. Im Unterschied zu den Wäldern versickert auf den Äckern ein geringerer Anteil der Niederschläge im Boden. Ein großer Teil fließt oberflächig ab. Dies lässt sich durch einfache Änderungen im Anbau verhindern. Ein intelligent geplanter Rückbau von Deichen kann sowohl die Niedrigwasservorsorge als auch den Hochwasserschutz verbessern.

So wird nämlich die Fließgeschwindigkeit verringert und das Wasser länger in der Flusslandschaft auf größerer Fläche gehalten. Unter Hochwasserbedingungen können reaktivierte Auenlandschaften und Altarme als natürliche Wasserspeicher genutzt werden. Hochwasserspitzen können dort zwischengespeichert werden.

Im Extremfall müssen Siedlungen aufgegeben werden

Der Klimawandel betrifft auch eine der letzten großen Kanalbaumaßnahmen in Deutschland: Um die Schiffbarkeit der Saale auf den letzten Kilometern bis zur Mündung in den Elbestrom zu verbessern, ist der Bau eines Seitenkanals geplant. Hierfür stehen achtzig Millionen Euro bereit. Dabei wurde jedoch nicht berücksichtigt, wie wenig Wasser die Elbe im Sommer und Herbst führen wird. Es ist zu überlegen, ob der Gütertransport auf der Bahn hier nicht geeigneter wäre.

In den Niederlanden setzt man bereits auf die puffernde Wirkung eines möglichst natürlichen Flusslaufes. Im Extremfall müssen dort wie auch an der Elbe sogar Siedlungen aufgegeben werden. Solche Schritte müssen im Dialog mit allen Beteiligten und Betroffenen durchgeführt werden, um eine nachhaltige Anpassung an den Klimawandel zu schaffen.

Quelle: F.A.Z.
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