Oslo

Al Gore und UN-Klimarat bekommen Friedensnobelpreis

12.10.2007
, 13:01
Kämpfer gegen den Klimawandel: Al Gore
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Den Friedensnobelpreis 2007 teilen sich der frühere amerikanische Vizepräsident Al Gore und der Klimarat der Vereinten Nationen. Sie werden für ihren Einsatz gegen den Klimawandel geehrt.
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Der Friedensnobelpreis dieses Jahres geht an den früheren amerikanischen Vizepräsidenten Albert Arnold (Al) Gore und den UN-Klimarat IPCC für ihren Einsatz gegen den „menschengemachten Klimawandel“. Das Nobelkomitee wolle mit dieser Vergabe „zu größerer Aufmerksamkeit“ für den Klimaschutz beitragen, hieß es am Freitag bei der Bekanntgabe in Oslo. Den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Friedenssicherung begründete das Gremium damit, dass die Erderwärmung auch die „Sicherheit der Menschheit“ vermindere.

Der Vorsitzende des Komitees, Ole Danbolt Mjøs, würdigte Gore als einen „seit Jahren weltweit führenden Umweltpolitiker“: „Gore hat wie kein anderer Mensch als Einzelner zur Schaffung eines breiten Bewusstseins für die Maßnahmen beigetragen, die nun nötig sind.“

„Geistige Herausforderung für die Menschheit“

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Gore hatte unter anderem für seinen Kinofilm „Eine unbequeme Wahrheit“ über die Gefahren des Klimawandels dieses Jahr einen Oscar bekommen. Der UN-Klimarat hat nach Überzeugung der norwegischen Juroren mit seinen stark beachteten wissenschaftlichen Berichten seit zwanzig Jahren entscheidend zur Herausbildung eines Konsenses über das Ausmaß der Klimabedrohung beigetragen.

Er bekam einen Oscar für seinen Film „Eine unbequeme Wahrheit”
Er bekam einen Oscar für seinen Film „Eine unbequeme Wahrheit” Bild: AP

Gore erklärte am Freitag, er fühle sich „zutiefst geehrt“. „Wir haben es mit einer wirklichen globalen Bedrohung zu tun. Die Klimakrise ist kein politisches Thema, sondern eine moralische und geistige Herausforderung für die ganze Menschheit.“ Die Auszeichnung sei umso bedeutungsvoller, als er sie mit dem UN-Klimarat teile, sagte Gore.

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Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zeigte sich „sehr erfreut“ über die Entscheidung. Der indische IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri sagte im norwegischen Fernsehen: „Ich bin völlig überwältigt. Dieser Preis geht an die internationale UN-Gemeinschaft und alle Staaten, die uns unterstützen.“

Zustimmung aus Berlin und Brüssel

In Brüssel gratulierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso dem Politiker Gore: „Ihre Beiträge zur Vorbeugung des Klimawandels haben das Bewusstsein in der ganzen Welt erhöht.“ Vor der Entscheidung hatte sich Barroso für eine Vergabe des Preises an Altkanzler Helmut Kohl eingesetzt.

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In Berlin äußerten sich Politiker einhellig positiv über die Osloer Entscheidung. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gratulierte im Namen der Bundesregierung und sagte, Gore habe „das Thema Klimaschutz in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt“.

Das Nobelkomitee hatte schon im Jahr 2004 mit der Vergabe des Friedensnobelpreises an die Kenianerin Wangari Maathai ein Engagement für den Umweltschutz ausgezeichnet. Maathai hatte in ihrem Land unter anderem gegen die Abholzung von Wäldern gekämpft, deren Verschwinden die Lebensgrundlage vieler armer Menschen bedroht.

Gore will Preisgeld für Klimaschutz einsetzen

Der Friedensnobelpreis ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Das Geld wird unter den Preisträgern geteilt. Laut Angaben des Fernsehsenders CNN will Gore seinen Teil der von ihm gegründeten und geführten Organisation „Allianz für den Klimaschutz“ zur Verfügung stellen.

Der Nobelpreis wird traditionell am 10. Dezember in Oslo überreicht. Im vergangenen Jahr erhielten der Bankier Mohammed Yunus und dessen Grameen-Bank die Auszeichnung für ihre Mini-Kredite an arme Menschen. Das letzte Mal, dass ein Deutscher den Preis erhielt, war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt.

Quelle: FAZ.NET
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