FAZ plus ArtikelWundermittel mRNA

Impfstoffe als Krebstherapie

Von Stephan Sahm
25.10.2021
, 15:50
Auch Immunzellen können entarten: Bösartige B-Zell-Vorläufer eines Leukämiepatienten bei fünfhundertfacher Vergrößerung.
Eine alte Idee mit gewaltigem Aufschwung und guten Nobelpreis-Chancen: Wie die mRNA-Technik nicht nur die Pandemie, sondern auch die Tumormedizin verändert.
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Vor mehr als einhundert Jahren führte der amerikanische Pathologe Francis Peyton Rous seine Experimente durch, in denen er erstmals zeigte, dass die Infektion mit Viren Krebs verursachen kann. Bei Hühnern löst das nach ihm benannte Rous-Sarcoma-Virus Tumoren der Weichteile aus. Für seine Arbeiten wurde er ein halbes Jahrhundert später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

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Seine Entdeckung legte nicht allein nahe, dass Krebs eine genetische Erkrankung der Zelle ist, sie beflügelte gleichzeitig den Gedanken, wie gegen Viren auch gegen Krebs das Immunsystem aktivieren zu können. Die körpereigene Abwehr sollte sich als gut verträgliche Therapie anbieten. Das in den letzten Jahrzehnten gewachsene Verständnis des Immunsystems und der Wirkungsweisen seiner vielfältigen Komponenten lassen das Ziel einer therapeutischen Impfung, wenn nicht in greifbarer Nähe, so doch am Horizont als weiteren Baustein der Krebstherapie aufleuchten.

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