FAZ plus ArtikelDie Sprache der Schmetterlinge

Meine Admiral-Erleuchtung

Von Peter Henning
Aktualisiert am 19.09.2020
 - 09:00
Der Admiral Vanessa atalanta aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae)zur Bildergalerie
Haustiere kommunizieren mit ihren Besitzern. Aber Schmetterlinge? Tatsächlich kann man mit den Faltern auf bestimmte Weise sogar sprechen.

Er gilt als notorischer Fernreisender, fliegt im Gegensatz zu nahezu sämtlichen anderen Vertretern seines Taxons nicht ungern auch bei Regen und schon mal 3000 Kilometer in knapp zwei Wochen, wenn es sein muss. Zudem hat er eine besondere Vorliebe für Hochprozentiges. Das ist für ein Wesen von der Größe einer Kinoeintrittskarte, das gerade mal 150 Milligramm Lebendgewicht auf die Waage bringt, eine ganze Menge. Genau betrachtet aber – und davon handelt die nachfolgende, tatsächlich ziemlich verrückt klingende Geschichte –, kann der Kleine noch viel mehr. Und zwar ganz Erstaunliches.

Die Rede ist von dem zur weltweit circa sechstausend Arten umfassenden Familie der sogenannten Nymphalidae gehörenden Tagfalter Admiral, welchen die Lepidopterologie unter der lateinischen Bezeichnung Vanessa atalanta führt. Sein Art-Epitheton leitet sich von Atalante, einer Jägerin aus der griechischen Mythologie, ab. Und wer ihn einmal eingehender beobachtet hat, wird bestätigen können, wie treffend diese seine Bezeichnung ihn charakterisiert. Denn ist man einmal in sein Revier eingedrungen, so verwandelt sich der elegante Flieger buchstäblich – und ähnlich wie der deutlich größere Erdbeerbaumfalter Charaxes jasius – in einen angriffslustigen Jäger.

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Quelle: F.A.S.
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