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FAZ plus ArtikelFortschritte der Biotechnik

Neues aus dem Menschenpark

Von Martin Müller
Aktualisiert am 13.09.2019
 - 16:10
Faszinationsobjekt des Forscherdrangs: Die Turritopsis nennt man auch die „unsterbliche Qualle“, weil sie aus Zellen am Schirmrand echte Kopien ihrer selbst mit identischer Geninformation absondern kann.
Die synthetische Biologie verlässt die Labore: Die neue Gentechnik verspricht das Re-Design ganzer Gattungen. Die biopolitische Utopie vom Leben-Machen könnte sich erfüllen – doch in der Öffentlichkeit ist es gespenstisch ruhig.

Mit der Geburt der ersten genom-editierten Kinder im chinesischen Shenzhen wurde Ende letzten Jahres eine ethische Grenze überschritten. Dies führte zwar zu großen Protesten in der Scientific Community. Doch der russische Molekularbiologe Denis Rebrikov hat schon weitere Experimente angekündigt, um zukünftige Kinder vor angeborener Taubheit zu schützen.

Die Erfinderin der „Crispr“-Technik des Genomeditierens, Emmanuelle Charpentier, hat deshalb zu einem weltweiten Moratorium zur Manipulation der menschlichen Keimbahn aufgerufen. Bisher ohne merkliche Resonanz. Denn längst hat die dynamische Entwicklung der Ingenieurbiologie ein geopolitisches Rennen um Patente, Arzneien und Risikokapitale entfesselt. Die Vereinigten Staaten, China und Europa kämpfen miteinander um die Pole Position. Gewinnen könnte am Ende die Region mit den laschesten Regulierungen.

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Der Autor forscht als Kulturwissenschaftler am Exzellenzcluster „Matters of Activity. Image Space Material“ der Humboldt-Universität zu Berlin.

Quelle: F.A.Z.
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