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Verjüngungskuren

Frischblut kann das Altern nicht umkehren

Von Joachim Müller-Jung
 - 11:54
Der Traum vom Jungbrunnen: Hilft junges Blut?

Junges Blut ist offenbar nicht das erhoffte Jungbrunnen-Elixier, das sich viele reiche Amerikaner insbesondere in Silicon Valley erhoffen. In einer Studie, die Irina Conboy von der University of Berkeley mit Geldern unter anderem des Google-Biotechunternehmens Calico und der National Institutes of Health vorgenommen hat, zeigte sich: Tauscht man bei alten Mäusen das Blut gegen das junger Artgenossen aus, ohne die Organsysteme miteinander zu verbinden, gibt es nur eine stark eingeschränkte Regeneration.

Die jungen Mäuse hingegen, die altes Blut erhielten, zeigten innerhalb weniger Tage Alterungserscheinungen in zahlreichen Organen. So sackte die Produktion neuer Gehirnzellen in den jungen Tieren mit dem alten Blut auf die Hälfte ab, wie die Forscher in der Zeitschrift „Nature Communications“ berichten. Damit wird der radikale Verjüngungseffekt, den Conboy mit ihren Parabiose-Versuchen im Jahr 2005 erstmals beschrieben hat, relativiert. Offenbar lassen sich Körperzellen in den Organen durch Frischblut nicht direkt verjüngen, vielmehr scheint es so, dass im alten Blut noch unbekannte Stoffe - im Verdacht stehen zelluläre Hemmstoffe - enthalten sind, die für die Alterung verantwortlich sind.

Die „Verjüngung“ mit Frischblut bei den früheren Experimenten sei offensichtlich lediglich durch die Verdünnung des alten Blutes und damit den Konzentrationsverlust bei den Hemmstoffen bewirkt worden. Eine klinische Variante der Parabiose, die Transfusion von frischem fremdem Blut, ist bei schweren Immundefekten von der Zulassungsbehörde FDA genehmigt worden.

Quelle: F.A.Z.
Joachim Müller-Jung- Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Joachim Müller-Jung
Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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