HIV- und Tuberkulose-Epidemien

Doppelinfektion fordert immer mehr Menschenleben

Von Reinhard Wandtner
01.11.2007
, 18:21
Besonders in Afrika breitet sich die Doppelinfektion schnell aus
Aids und Tuberkulose gehören zu den größten Geißeln der Menschheit. Besorgniserregend ist die Tatsache, dass immer mehr Menschen unter beiden Krankheiten gleichzeitig leiden. Nun werden rasche Verbesserungen bei der Diagnose und Therapie gefordert.
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Das seit mehreren Jahren zu beobachtende Zusammentreffen der globalen HIV- und Tuberkulose-Epidemien fordert immer mehr Menschenleben. Vor allem in Afrika, südlich der Sahara, breitet sich die Doppelinfektion rasend schnell aus.

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Da Wissenschaft und Medizin noch vor vielen Fragen stehen, sind die Gesundheitssysteme nicht in der Lage, diese Ko-Epidemie angemessen zu erkennen, zu behandeln oder einzudämmen. Das ergibt sich aus einem Bericht, der an diesem Freitag vom „Forum for Collaborative HIV Research“ veröffentlicht und von Experten weltweit führender Gesundheitsorganisationen gestützt wird.

Jede Sekunde kommt es zu einer neuen Infektion

Etwa zwei Milliarden Menschen, also rund ein Drittel der Weltbevölkerung, sind dem Bericht zufolge mit dem Tuberkuloseerreger infiziert. Jede Sekunde komme es zu einer neuen Infektion. Bei intaktem Immunsystem bricht die Krankheit in der Regel aber nicht aus. Durchschnittlich erkrankt nur jeder zehnte Infizierte. Eine zusätzliche Infektion mit dem Immunschwächevirus HIV begünstigt den Ausbruch der Tuberkulose indessen erheblich.

Bei Menschen, die beide Erreger in sich tragen, ist die Sterblichkeit fünfmal so hoch wie bei Tuberkulose allein. Was das bedeutet, läßt sich angesichts der Tatsache erahnen, dass etwa ein Drittel der weltweit 40 Millionen Menschen mit HIV-Infektionen und Aids gleichzeitig mit dem Tuberkuloseerreger infiziert sind, wie es in dem Bericht heisst. In den Ländern südlich der Sahara liege bei der Hälfte aller neuen Tuberkulosefälle eine zusätzliche Infektion mit HIV vor.

Tuberkuloseerreger zunehmend resistent

Drastisch erschwert wird der Kampf gegen die lebensbedrohlichen Doppelinfektionen dadurch, dass immer mehr Tuberkuloseerreger auftauchen, die nicht mehr oder kaum noch auf Medikamente ansprechen. Zusätzliche Schwierigkeiten bereiten Wechselwirkungen zwischen HIV- und Tuberkulosemitteln. In dem jetzt vorgelegten Bericht werden daher rasche Verbesserungen bei der Diagnose und Therapie angemahnt.

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Quelle: FAZ.NET
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