FAZ plus ArtikelKatzen auf Droge

Der betörende Duft der Katzenminze

Von Diemut Klärner
17.03.2021
, 11:58
Sie wälzen sich darauf und reiben ihre Köpfe daran: Katzenminze wirkt auf viele Katzen berauschend. Forscher haben nun herausgefunden, warum das so ist.

Katzen sind Fleischfresser par excellence. Doch obwohl sie pflanzliche Kost verschmähen, stehen sie auf Katzenminze (Nepeta cataria): Sie wälzen sich auf diesem Kraut und reiben eifrig ihre Köpfe daran. Zu den verschiedenartigen Pflanzen, von denen Katzen ebenso unwiderstehlich angezogen werden, zählt der Japanische Strahlengriffel (Actinidia polygama). Wie Katzen von diesem Verwandten der Kiwi (Actinidia deliciosa) profitieren, haben japanische Forscher gemeinsam mit britischen Kollegen entdeckt. Die Biologen fanden heraus, dass ein bestimmter pflanzlicher Duftstoff anscheinend das körpereigene Belohnungssystem der Tiere aktiviert. Gleichzeitig kann dieser Duft, der mutmaßlich wohlige Gefühle auslöst, die Katzen vor den Angriffen blutgieriger Stechmücken bewahren.

Die Wissenschaftler um Reiko Uenoyama von der Iwate University in Morioka und Jane L. Hurst von der University of Liverpool studierten zunächst diverse Extrakte aus dem Japanischen Strahlengriffel. Als sie Hauskatzen mit einzelnen Inhaltsstoffen konfrontierten, entpuppte sich Nepetalactol als der wirksamste. Auf Filterpapier, das mit diesem Iridoid-Monoterpen getränkt war, reagierten die Versuchstiere ebenso enthusiastisch wie auf frische Ranken der ostasiatischen Kletterpflanze.

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