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Vermüllte Weltmeere

Müllsammler wider Willen

Aktualisiert am 19.11.2019
 - 16:38
Ein Mantarochen schwimmt unter einem Teppich aus Plastikmüll hindurch.
Mantarochen und Walhaie gehören zu den größten Meeresbewohnern. Was ihnen bei der Nahrungsaufnahme in den Schlund strömt, können sie nicht bestimmen – zunehmend ist es auch Plastik.

Der Plastikmüll in den Weltmeeren belastet vermehrt auch die großen Meeresbewohner wie den Mantarochen und den Walhai. Die Tiere filtern bei der Nahrungsaufnahme täglich Hunderte bis Tausende Kubikmeter Meerwasser. Dabei würden sie vermehrt auch große Mengen an Mikroplastik aufnehmen, die im Plankton schwimmen, berichtet eine internationale Forschergruppe in der Fachzeitschrift „Frontiers in Marina Science“.

Die Forscher um Elitza Germanov von der Murdoch University in Perth hatten das Meerwasser vor der Insel Nusa Penida und im Komodo-Nationalpark auf Bali sowie an verschiedenen Stellen in der östlichen Java-See untersucht. Aus der Partikelzahl in den Proben errechneten sie die Menge, die die Tiere über das Wasser aufnehmen können. Danach landen im Magen eines Riffmantas (Mobula alfredi) pro Stunde bis zu etwa 60 Plastikpartikel. Bei Walhaien (Rhincodon typus) könnten es sogar mehr als doppelt so viele sein, heißt es in der Studie.

Die kleinen Kunststoffteile sammelten sich im Verdauungstrakt der riesigen Tiere an – mit noch weitgehend unklaren Langzeitfolgen, so die Forscher. Größere Fragmente können die Nährstoffaufnahme blockieren und den Verdauungstrakt beschädigen.

Die Substanzen, aus den Teile bestehen, können sich im Gewebe der Meeresbewohner ansammeln, den Hormonhaushalt der Tiere verändern sowie ihren Stoffwechsel, ihr Wachstum und ihre Fortpflanzung beeinflussen.

Plastikteile wurden im Kot und im Erbrochenen von Mantarochen gefunden. Direkte Analysen des aufgenommenen Plastiks im Magen und Darm seien bei bedrohten Tierarten wie Mantarochen und Walhai kaum möglich, erläuterte Koautor Neil Loneragan. Studien bei Bartenwalen hätten zuvor bereits gezeigt, dass diese wohl Tausende von Mikroplastik-Partikeln täglich schluckten. An der aktuellen Untersuchung war neben mehreren Universitäten auch die Stiftung „Marine Megafauna Foundation“ beteiligt.

Quelle: mli./dpa
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