FAZ plus ArtikelBionik der Riesenseerosen

Ein Design, das nicht veraltet

Von Diemut Klärner
21.04.2022
, 10:57
Das komplexe Netzwerk der im Vergleich zur Blattfläche dicken Blattadern verleiht den Seerosenblättern ihre außergewöhnliche Stabilität.
Gigantische Seerosenblätter zeigen eine erstaunliche Belastbarkeit – dank einer raffinierten Konstruktion, die auch Architekten und Bauingenieure inspirieren kann.
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Seerosen der Gattung Victoria, deren schwimmende Blätter ein Kleinkind tragen können, zählen zu den Highlights botanischer Gärten. Die Heimat dieser exotischen Gewächse ist das tropische Südamerika. Auch im geheizten Gewächshaus verkümmern sie hierzulande im Winter, weil es ihnen an Licht mangelt. Üblicherweise werden diese Riesenseerosen deshalb jedes Jahr aufs Neue aus Samen herangezogen: Im Februar ausgesät, blühen sie im Hochsommer und füllen mit ihren Blättern große Wasserbecken.

Ein Blatt von Victoria amazonica kann bis zu drei Meter Durchmesser erreichen. Von oben betrachtet gleicht es einer kreisrunden Scheibe, deren hochgezogener Rand von zwei diame­tral platzierten Einschnitten unterbrochen wird. Über diese Kerben kann zum Beispiel Regenwasser rasch abfließen. Gestützt wird das schwimmende Blatt, dessen Dicke nur einen Millimeter beträgt, von reich verzweigten und vernetzten Adern, die auf der Unterseite stark hervortreten. Diese eindrucksvollen Verstrebungen sollen auch den britischen Botaniker und Architekten Joseph Paxton inspiriert haben: Für die Weltausstellung, die 1851 in London stattfand, konstruierte er den legendären Crystal Palace – einen sieben Hektar großen gewächshausartigen Bau aus Eisen, Holz und Glas.

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