FAZ plus ArtikelImmer mehr Infektionen

Wem nützt die Affenpocken-Impfung?

Von Kai Kupferschmidt
11.06.2022
, 15:49
Das Affenpockenvirus führt zu ­pusteligen Hautveränderungen. Unter dem Mikroskop lassen sich die Zellen untersuchen.
Die Zahl der Affenpocken-Fälle steigt. Der Ausbruch kommt für Forscher nicht überraschend – wirft aber Fragen auf. Warum infizieren sich plötzlich so viele? Und wem nützt die Impfung besonders?
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Als am 3. Mai gleich fünf Männer in Kliniken in Lissabon Hilfe suchten, waren die Ärzte zunächst ratlos. Alle fünf hatten weißliche Läsionen im Genitalbereich, zwei auch am Rest des Körpers. Tests für Gonorrhö, Syphilis, Chlamydien und andere Geschlechtskrankheiten waren negativ, auch andere Erreger konnten die Mediziner ausschließen. Dann kam am 16. Mai eine Meldung der europäischen Seuchenschutzbehörde: Ein Mann in England mit ähnlichen Läsionen war positiv auf Affenpocken getestet worden, ein Virus, das eng mit den Pocken verwandt ist, die seit 1980 ausgerottet sind, und das in Zentral- und Westafrika immer wieder Ausbrüche verursacht.

Der Name Affenpocken ist dabei irreführend. Das Virus wurde zwar 1958 erstmals bei Affen in einem Labor in Kopenhagen entdeckt und beschrieben. Affen werden, wie Menschen, aber nur gelegentlich von dem Erreger infiziert. Das Reservoir, also die Spezies, wo das Virus zwischen Ausbrüchen schlummert, sind sie nicht, sagt Fabian Leendertz, der das Helmholtz-Institut für One Health in Greifswald leitet. „Das Reservoir ist draußen in der freien Natur bei den Nagetieren zu finden.“ Welche Nagetiere genau, das versuchen Forscher wie Leendertz seit Jahren herauszufinden.

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