FAZ plus ArtikelNeue Risikobewertung

Warum Aluminium in Kosmetik nicht schädlich ist

Von Hinnerk Feldwisch-Drentrup
10.08.2022
, 11:03
Viele Kosmetikprodukte wie etwa auch Lidschatten enthalten Aluminium.
Lange hat das zuständige Bundesinstitut vor Risiken durch Alu in Kosmetika gewarnt. Angesichts neuer Studien hat es seine Einschätzung allerdings geändert.
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Aluminium ist nach Sauerstoff und Silizium das dritthäufigste Element der Erdkruste, nach Stahl gilt es als zweitwichtigster metallischer Werkstoff – doch in Kosmetika hat es einen schlechten Ruf. So werben viele Deos mit Aufschriften wie „0 % Aluminium“. Der Grund: Das Element kann in hohen Dosen toxisch sein, Nervenzellen oder verschiedene Organe schädigen. Anders als etwa Eisen spielt es physiologisch keine Rolle. Doch während das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zuvor deutlich vor Risiken gewarnt hat, aktualisiert es nach Informationen dieser Zeitung nun seine Empfehlungen zu aluhaltigen Kosmetika – und gibt Entwarnung: Die Aufnahme auf diesem Wege sei zu vernachlässigen im Vergleich zu vergleichsweise hohen Aufnahmen durch Lebensmittel wie Spinat, Obst oder Kakao und auch Leitungswasser, das mit Aluminiumverbindungen aufbereitet wird.

Am häufigsten diskutiert wird dabei sein Einsatz gegen den Schweiß. Das Leichtmetall hat antibakterielle Eigenschaften, doch sein Haupteffekt ist ein anderer. Dem Aluminium ausgesetzt, ziehen Schweißdrüsen sich zusammen – und werden zeitweise verstopft, da Proteine etwa im Schweiß durch Aluminium verklumpen. Aluhaltige Deos werden eigentlich Antitranspirantien genannt – Deos im engeren Sinn sind immer alufrei, sie töten durch antibakterielle Stoffe geruchsbildende Bakterien und enthalten teils Parfüme. Den Schweiß stoppen können alufreie Deos hingegen nicht.

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Hinnerk Feldwisch-Drentrup
Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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