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Die EU fragt ihre Bürger

Diabetes, die globale Krise

Von Christina Hucklenbroich
 - 13:54

Eine gefühlte Ewigkeit dauert die öffentliche, weltweite Debatte um Adipositas, Diabetes und Risiken hochkalorischer Ernährung nun schon. Angeheizt wurde die Diskussion immer wieder durch Kontroversen, etwa den Streit um mehr Regulation durch Regierungen („Lebensmittel-Ampel“). Gut möglich, dass Bürger und Verbraucher inzwischen ermüdet sind, dass sie abschalten, sich nicht mehr einmischen wollen.

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Dabei geht es um viel mehr als nur um Körperfülle und Fitness. Längst hat mit dem massiv um sich greifenden Übergewicht auch eine schwere Krankheit Einzug gehalten, die epidemieartige Züge annimmt: Diabetes. Allein im Jahr 2015 hat die Zuckerkrankheit fünf Millionen Tode verursacht. Nach Angaben der International Diabetes Federation gibt es derzeit weltweit 415 Millionen Diabetikerinnen und Diabetiker zwischen 20 und 79 Jahren. Darunter sind auch 193 Millionen nicht diagnostizierte Personen. Gerade diese hohe Dunkelziffer macht Experten große Sorgen; in Deutschland sollen ein bis zwei Millionen Menschen derart unerkannt an „Zucker“ leiden.

Und derweil nimmt die Zahl der Betroffenen zu, vor allem bedingt durch Diabetes Typ 2, der in Zusammenhang mit Lebensstil, Ernährung und Übergewicht steht. Damit steigt auch das Ausmaß des Leids und der gesundheitlichen Folgen: In Deutschland führt Diabetes jährlich zu etwa 50 000 Amputationen; Diabetes-Patienten erleiden zudem oft ein Nierenversagen und werden dialysepflichtig.


Die EU fragt ihre Bürger

© DPA

    Teil 1: Was soll die Politik tun, um Volksleiden einzudämmen?

    Chronische Leiden sind zur Epidemie geworden. Was kann und soll getan werden? Die F.A.Z. liefert die deutsche Plattform für eine Bürgerbefragung, die von Brüssel aus in zehn europäischen Ländern gestartet wird. Zum Artikel

    Teil 2: Kann Technologie Krankheit besiegen?

    Chronische Leiden nehmen zu - trotz des teuren medizinischen Fortschritts. Setzt Europa zu stark auf Innovationen, oder etwa doch noch zu wenig? Wie wichtig ist den Bürgern die Hightechmedizin? Machen Sie mit im zweiten Teil der EU-Umfrage. Zum Artikel

    Teil 3: Wie geht das: weniger krank?

    Gesünder leben, ein ziemlich gutes und ein ziemlich theoretisches Konzept. Doch wer handelt schon wirklich so? Und wer ist verantwortlich, wenn überflüssige Leiden zunehmen? Was dagegen tun? Machen Sie mit im dritten Teil der EU-Umfrage. Zum Artikel


Angesichts dieser Entwicklung stellt der vierte Teil der europäischen „REIsearch“-Umfrage die schwere Stoffwechselkrankheit in den Mittelpunkt. Diesmal kreist alles um die Frage: Was können wir tun, um diese Epidemie aufzuhalten? Und dabei zählt zunächst: Wie lassen sich Menschen wieder dafür gewinnen, über das Thema Diabetes und Ernährung nachzudenken? Welche strukturellen Bedingungen in Politik, Gesellschaft und Gesundheitssystem müssen erfüllt sein, damit sie sich informiert, ernst genommen und in ihren Interessen kompetent vertreten fühlen? Wie sollte Prävention gestaltet werden, etwa in Schulen? Wie eine Brücke soll die Umfrage „REIsearch“, die sich mit chronischen Krankheiten befasst, Bürger, Forscher und politische Entscheidungsträger verbinden. Das Projekt wird vom Europäischen Parlament getragen und findet gleichzeitig in zehn Ländern unter Mitwirkung der Medien statt. In Deutschland ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung beteiligt. Die Ergebnisse der Erhebung werden anonymisiert ausgewertet und Ende April dem Europäischen Parlament und der EU-Kommission vorgestellt.

EU-Projekt „REIsearch“

Die europäische Befragung zu chronischen Krankheiten und zur Gesundheitspolitik findet über die Plattform „REIsearch“ statt, die im Rahmen einer Non-Profit-Initiative in Brüssel ins Leben gerufen wurde. Sie vernetzt Bürger, Forschungsinstitutionen und Medien aus zehn europäischen Ländern. Aus Deutschland ist die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, F.A.Z., beteiligt. Die EU-Kommission, die das Projekt fördert, sieht die Plattform als Chance, mit den Mitteln moderner Medien ein Meinungsbild darüber zu gewinnen, was man in Europa über die Rolle von Regierungen, öffentlichen Körperschaften, Privatindustrie und der Bürger selbst zur Eindämmung von Volksleiden denkt.

Quelle: F.A.Z.
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