FAZ plus ArtikelÖkobilanz eines edlen Gemüses

Kann denn Spargel Sünde sein?

Von Andreas Frey
29.04.2019
, 12:08
Welcher Spargel ist besser?
Jetzt sind die Stangen überall zu haben, fast immer in Weiß. Für Gourmets ist Grün viel besser. Für Ökologen auch.
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Wer gerne Spargel isst, gerät zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Der Anbau des Gemüses ist nicht nur schlecht für Umwelt und Klima, er beutet außerdem Erntehelfer aus Osteuropa aus. So weit sind die negativen Folgen des Verzehrs weißer Stangen bekannt. Neuerdings ist Gemüsespargel, Asparagus officinalis, noch dazu ein Feindbild junger Feministinnen, die im handelsüblichen Bleichspargel den „alten weißen Mann“ erkennen, zumindest den der Kulinarik, wie Margarete Stokowski kürzlich in ihrer Kolumne auf Spiegel Online erklärte.

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Das ist nicht unlustig, gerade wenn man bedenkt, was Essen im Alter angeblich ersetzt. Überraschend kommt die Kritik am Spargel und die damit verbundene, erektile Metaphorik allerdings nicht. Schließlich erklingt im Lenz jetzt gerne mal „Die ganze Welt ist wie verhext, Veronika, der Spargel wächst“. Und all die verklemmten Andeutungen zum Genuss zarter Spitzen oder gar „Stecher gesucht“, das waren schon immer Beispiele aus der untersten Schublade, Kategorie schlechter Altherrenwitz.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Frey, Andreas
Andreas Frey
Freier Autor in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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