FAZ plus ArtikelRichtige Ernährung

Wie Salz unsere Körperabwehr schwächt

Von Nicola von Lutterotti
15.04.2020
, 12:57
Wer dem Salz auf der Laugenbrezel nicht widerstehen kann, gefährdet seine Abwehrkräfte.
Von einem guten Immunsystem hängt unser Überleben ab. Deshalb sollten neue, ungünstige Befunde über unsere Ernährung zu denken geben. Dieses Mal hat es das Salz erwischt.

Für Verwirrung sorgte unlängst eine vom französischen Gesundheitsminister Olivier Véran getwitterte Botschaft, Entzündungshemmer wie Ibuprofen und Kortison könnten den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung verschlimmern. Während seine Warnung vor Ibuprofen wissenschaftlich auf tönernen Füßen steht, ist jene vor Kortison gerechtfertigt. Denn das Stresshormon Kortison und seine Familie, die Glukokortikoide, unterdrücken nicht nur Entzündungen. Liegen sie in erhöhten Mengen vor, dämpfen sie auch die Abwehrkräfte. Das gilt aber nicht nur für medikamentös zugeführtes Kortison, sondern auch für die Glukokortikoide, die der Körper selbst herstellt.

Bedenklich stimmt vor diesem Hintergrund, dass eine salzreiche Kost offenbar über eine vermehrte Ausschüttung von Glukokortikoiden das Abwehrsystem schwächt. Hinweise auf einen solchen Zusammenhang liefern zumindest die bei Menschen und Mäusen gewonnenen Erkenntnisse von Forschern um Christian Kurts und Katarzyna Jobin von der Universität in Bonn. Anfänglich hatten die Wissenschaftler angenommen, eine salzreiche Ernährung könnte die Abwehrkräfte sogar stärken. Denn bestimmte Immunzellen, die in der Haut häufigen Makrophagen, bringen Eindringlinge in salzreicher Umgebung sehr viel effizienter zur Strecke als in salzarmer. Die Haut ist allerdings ein besonderes Organ. Sie schützt den Körper vor schädlichen Einwirkungen von außen und speichert obendrein große Mengen an Salz. Im Körperinnern wird dessen Konzentration hingegen in engen Grenzen gehalten.

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