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FAZ plus ArtikelVerfettetes Organ

Wenn die Leber am Limit ist

Von Felicitas Witte
Aktualisiert am 22.05.2020
 - 11:43
Viele Übergewichtige wissen nicht, was sie ihrer Leber antun.
Mit einer Fettleber ist nicht zu spaßen, eine Zirrhose kann die Folge sein. Die Ursache ist häufig starkes Übergewicht . Sollte man Risikopatienten frühzeitig screenen, wie manche Ärzte fordern?

Die Deutschen haben ein Problem, und das könnte sich durch die Corona-Krise noch verschlimmern. Ans Homeoffice gebunden, bewegen sich viele Zeitgenossen nämlich noch weniger als ohnehin schon, und sie werden immer dicker. Die Konsequenzen sind bekannt: Bluthochdruck, zu hohe Fettwerte, Herzinfarkt, Diabetes, Gichtanfälle oder Krebs. Knie und Hüften ächzen unter dem Gewicht, und der Rücken schmerzt. Doch eine Folgeerkrankung komme nach wie vor zu kurz, warnen Ärzte, manche sprechen gar von einem globalen Gesundheitsproblem. Es geht um die Verfettung der Leber. „Viele Kollegen denken leider, ein bisschen Fett in der Leber sei ja nicht schlimm, und kontrollieren das nicht“, sagt Andreas Geier, Chef-Hepatologe an der Universitätsklinik Würzburg. „Und ich sehe dann die Patienten mit schweren Fettleber-Folgeschäden, die viel früher hätten erkannt werden können.“ Geier versteht nicht, warum die Leber so ignoriert wird.

Prinzipiell ist Fett in der Leber nicht gravierend – wenn es dabei bleiben würde. Denn bei bis zu jedem Fünften mit einer Fettleber entzündet sich das Organ. Fettleber und Entzündung werden zusammen als nichtalkoholische Fettleberkrankheit bezeichnet, sofern sie nicht durch zu viel Alkohol erklärbar sind. In Deutschland haben Hochrechnungen zufolge rund 18,4 Millionen Menschen eine solche Fettlebererkrankung, also knapp jeder Vierte. „Viele wissen aber von ihrem Leiden nichts, weil die Diagnose nicht gestellt wurde“, sagt Geier. Und es könnten zukünftig noch mehr Menschen betroffen sein. Denn immer mehr Menschen wiegen zu viel, haben Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen – all das geht mit einem erhöhten Risiko für Fettlebererkrankungen einher. Eine von fünf entzündeten Fettlebern wird narbig umgebaut, es entsteht eine Zirrhose, die zum Leberversagen führen kann. Von hundert Patienten mit einer Zirrhose bekommen pro Jahr etwa zwei einen Lebertumor, und einige Betroffene sogar, ohne dass diese vorher eine Zirrhose hatten. Fettleberkrankheiten erhöhen zudem das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Betroffenen sterben im Schnitt vier Jahre früher.

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