Herz

Entgleisen des Herztakts durch Kortison

Von N.v.L.
10.05.2006
, 00:00
Die Anwendung großer Mengen von Kortison und anderer zu den Kortikosteroiden zählenden Entzündungshemmer scheint das Risiko zu erhöhen, an bestimmten Herzrhythmusstörungen zu erkranken.
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Die Anwendung großer Mengen von Kortison und anderer zu den Kortikosteroiden zählenden Entzündungshemmer scheint das Risiko zu erhöhen, an bestimmten Herzrhythmusstörungen zu erkranken.

Zu diesem Schluß kommen niederländische Forscher in einer Studie, an der rund 8000 ältere Männer und Frauen beteiligt waren. Im Verlauf von neun Jahren erkrankten knapp 400 Teilnehmer erstmals an Vorhofflimmern. Hierbei ziehen sich die Muskelfasern der kleinen Herzkammern nicht mehr synchron zusammen, sondern zucken nur noch unkoordiniert.

Drohender Schlaganfall

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An den Wänden der fast unbeweglichen Herzvorhöfe bilden sich leicht Gerinnsel, die - mit dem Blutstrom fortgespült - einen Schlaganfall auslösen können. Die Betroffenen müssen daher oft zeitlebens Medikamente zum Unterdrücken der Blutgerinnung einnehmen. Wie Cornelis van der Hooft von der Erasmus-Universität Rotterdam und seine Kollegen in der Zeitschrift „Archives of Internal Medicine“ (Bd.165, S.1016) berichten, begünstigte vornehmlich die Behandlung mit hohen Konzentrationen an kortisonhaltigen Entzündungshemmern die Entstehung von Vorhofflimmern. Das Erkrankungsrisiko war dabei sechs- bis nahezu zehnmal so hoch wie bei jenen Personen, die keine Kortikosteroide angewandt hatten.

Weshalb diese Medikamente den Herztakt entgleisen lassen können, ist noch nicht ganz klar. Daß die Rhythmusstörung oft kurz nach Behandlungsbeginn auftrat, spricht für einen direkten Effekt der Entzündungshemmer auf die elektrischen Herzströme.

Quelle: F.A.Z., 10.05.2006, Nr. 108 / Seite N2
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