Herz

Gefährliches Übergewicht

Von NvL
21.12.2004
, 23:59
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. In vielen Fällen ist ein Zusammenhang mit dem Gewicht des Patienten gegeben.
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Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Allein in Deutschland leiden rund eine Million zumeist ältere Menschen an einem solchen Erregungsdefekt des Herzens. Und in vielen Fällen könnte es einen direkten Zusammenhang zwischen solchen Störungen und dem Gewicht des jeweiligen Patienten geben - ein Zusammenhang, der jetzt durch neue Untersuchungen belegt wird.

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Die oft auch als Vorhöfe bezeichneten kleinen Herzkammern ziehen sich bei Rhythmusstörungen nicht mehr koordiniert zusammen, sondern führen nur noch zuckende Bewegungen aus. In der Folge gerät auch der Schlagrhythmus der nachgeschalteten Hauptkammern des Herzens, der Ventrikel, durcheinander - es kommt zum Herzstolpern oder auch Herzrasen. Solche Unregelmäßigkeiten des Pulses sind zwar selten unmittelbar lebensbedrohlich, doch können sie die körperliche Belastbarkeit und die Lebensqualität der Betroffenen enorm beeinträchtigen. Viele Patienten müssen langfristig blutverdünnende Medikamente einnehmen, da sich an den zuckenden Vorhofwänden leicht Gerinnsel bilden, die - mit dem Blutstrom ins Gehirn gespült - einen Schlaganfall verursachen können.

Was die Therapie von Vorhofflimmern angeht, konnten in letzter Zeit zwar einige Fortschritte erzielt werden. In den meisten Fällen gelingt es allerdings nur, die Beschwerden zu lindern. Eine Heilung ist bislang nicht möglich. Um so wichtiger ist die Vorbeugung. Dickleibigkeit freilich gehört offenbar nicht dazu. Das geht aus einer Studie hervor, die amerikanische Wissenschaftler um den Kardiologen Thomas Wang von der Abteilung für Kardiologie der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts ,vorgenommen haben. Einbezogen wurden darin rund 5300 ältere Männer und Frauen mit anfänglich normalem Herzrhythmus. Wie die Forscher kürzlich im "Journal" der amerikanischen Medizingesellschaft ("Jama", Bd.292, S.2471) berichteten, hatten im Verlauf von vierzehn Jahren insgesamt 526 Teilnehmer erstmals ein Vorhofflimmern erlitten. Unabhängig von anderen Einflüssen entwickelte sich diese Herzrhythmusstörung um so eher, je mehr Pfunde der Betreffende auf die Waage brachte. Stark fettsüchtige Personen wiesen dabei ein um fünfzig Prozent höheres Erkrankungsrisiko auf als solche mit normalem Körpergewicht.

Auf welche Weise zu große Mengen an Körperspeck das Herz aus dem Takt bringen, läßt sich noch nicht mit Sicherheit sagen. Eine Überdehnung der Vorhöfe - bedingt durch die erhöhte Arbeitsbelastung des Herzens - dürfte aber eine wichtige Rolle spielen. Hinweise auf einen solchen Zusammenhang erhielten die Forscher in einer weiteren Untersuchung, in der sie die Herzgröße der Probanden mit dem Ultraschall bestimmten. Wie sich ergab, stieg die Wahrscheinlichkeit, an Vorhofflimmern zu erkranken, mit der Größe der Vorhöfe. Maßnahmen zur Gewichtsreduktion könnten somit dazu beitragen, dieser häufigen und zugleich enorm belastenden Herzrhythmusstörung vorzubeugen.

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