FAZ plus ArtikelImmuntherapie

Die Lizenz zur Selbstheilung

Von Felicitas Witte
05.07.2018
, 15:04
Besonders bei Allergien werden Immuntherapien bereits häufig eingesetzt.
Die Körperabwehr ist immer öfter Hoffnungsträger in der Medizin. Tragen wir ungeahnte Kräfte in uns? Darum ist die Immuntherapie heute eine Schlüsseltechnik.
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Die angeborene Immunität ist die erste Verteidigungslinie gegen Infektionen.. So greifen beispielsweise Immunzellen krankmachende Keime an, die durch Haut oder Schleimhäute eingedrungen sind, und machen sie unschädlich. Gelingt es Krankheitserregern, den ersten Verteidigungswall zu überwinden, greifen B- und T-Lymphozyten des erworbenen Immunsystems sie gezielt an und machen sie unschädlich. Lange war aber unklar, wie diese beiden Abwehrsysteme aktiviert werden und welche molekularen Vorgänge dabei ablaufen. Erst die drei Medizin-Nobelpreisträger von 2011 brachten Klarheit: Jules Hoffmann und Bruce Beutler für den angeborenen Teil, Ralph Steinman für den erworbenen.

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Hoffmanns Arbeitsgruppe an der Uni Straßburg fand heraus, dass Fruchtfliegen nur mit intaktem Toll-Gen Pilzinfektionen überlebten. Das Gen führt zur Bildung eines Rezeptors in der Zellwand. Wird dieser aktiviert, führt das bei den Fruchtfliegen zur Produktion von Stoffen, die die Pilze töteten. 1997 entdeckten die Immunologen Ruslan Medzhitov und Charles Janeway von der Uni in Yale einen Rezeptor beim Menschen, den Toll-like Receptor, TLR. Durch Aktivierung des Rezeptors wurden Verbindungen gebildet, die fremde Keime unschädlich machten.

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