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Funkprotokoll der Mondlandung

„Es klang auch etwas feucht . . .“

 - 17:08
Im permanenten Funkkontakt mit Houston: Neil Amrstrong an Bord der Raumkapsel

Am frühen Morgen des 21. Juli 1969 betraten Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin als erste Menschen den Mond. Ihre Eindrücke schilderten sie in Funkgesprächen mit der Flugkontrolle. Die Ausschnitte aus dem Funkprotokoll, die damals in der F.A.Z. dokumentiert wurden, führen mitten in das Geschehen.

Armstrong (nach dem Betreten des Mondbodens): „Die Oberfläche ist fein und pulverig. Ich kann sie leicht mit meiner Fußspitze aufwirbeln . . . Ich sinke nur Millimeter ein, aber ich kann meine Fußstapfen sehen . . . und die feinen sandigen Teilchen.“

Flugleitung: „Neil, hier Houston, wir schneiden mit.“

Armstrong: „Es scheint nicht schwer zu sein, sich hier herumzubewegen, es ist vielleicht sogar einfacher als . . . im Simulator auf dem Boden. Kein Problem herumzugehen. Übrigens, das Abstiegstriebwerk hat nicht den geringsten Krater hinterlassen. Es hat etwa einen Fuß Bodenfreiheit. Wir sind mehr oder weniger auf einem ebenen Platz hier. Jetzt sehe ich doch Rückstände vom Abstiegstriebwerk, aber nur sehr geringfügige.“

Armstrong (später): „Es ist sehr dunkel hier im Schatten, und ich habe Schwierigkeiten, zu sehen, wo ich hintrete. Ich werd' mich ins Sonnenlicht hinüber machen, ohne direkt in die Sonne zu schauen.“

Armstrong (später): Ich schau' jetzt hinauf zum Landemodul. Ich stehe direkt im Schatten und sehe Buzz (Aldrin) im Fenster. Ich kann alles sehr klar und deutlich sehen . . .“

Aldrin: „Ich geh' jetzt hinaus und mache meine ersten Aufnahmen.“

Flugkontrolle: „Roger, Neil, wir hören Sie klar und laut. Macht ein paar Bilder und beschafft die Sofortproben“ (des Mondbodens).

Flugkontrolle (drängend): „Neil, hier ist Houston. Haben Sie das mit den Sofortproben mitbekommen?“

Armstrong: „Roger. Wir machen uns gleich dran, sobald wir mit diesen Aufnahmen fertig sind.“

Aldrin (bei der Aufnahme der ersten Bodenprobe): „Es ist ein bisschen schwierig, durch die Kruste zu stoßen . . .“

Armstrong: „Das ist sehr interessant, es ist eine sehr weiche Oberfläche. Aber hie und da stoße ich auf, äh, sehr harten Grund . . . (Zu Aldrin) Sieh zu, dass wir einen Stein mitbekommen, nur ein paar.“

Aldrin: „Ah, von hier sieht es besonders schön aus, Neil.“

Armstrong: „Ja, es ist eine ganz besondere Art von Schönheit. Vielleicht so ähnlich wie die Hochlandwüste in den Vereinigten Staaten.“

Armstrong (später): „Bekommt ihr jetzt ein Fernsehbild da unten, Houston?“

Flugkontrolle: „Ja, wir bekommen ein Bild. Sie sind zur Zeit gerade nicht drin . . . Jetzt kommen Sie wieder in unser Gesichtsfeld.“

Aldrin: „Das Gewicht des Versorgungstornisters zieht doch ganz schön nach hinten.“

Armstrong: „He, Buzz, du stehst jetzt auf einem Felsbrocken, da genau ist ein großer Felsbrocken.“

Aldrin: „Die Aussicht hier ist wirklich wunderbar.“

Armstrong: „Ja, ist das nicht großartig?“

Aldrin: „Eine großartige Einöde.“

Aldrin: „Übrigens, diese Felsbrocken haben eine sehr pulvrige Oberfläche . . . Man muss schon vorsichtig sein und sich immer leicht nach vorne in die Richtung neigen, in die man gehen will. Wenn man's nicht tut . . ., mit anderen Worten: Man muss einen Fuß immer unter dem Schwerpunkt haben.“

Aldrin: „Neil enthüllt jetzt die Plakette.“

Flugkontrolle: „Columbia, Columbia, hier ist Houston - bitte melden.“

Collins (im Kommandoteil auf Umlaufbahn um den Mond): „Hier ist wieder Columbia.“

Flugkontrolle: „Columbia, wir hören Sie deutlich und laut.“

Collins: „Höre Sie ebenfalls deutlich und laut. Wie geht's da unten?“

Flugkontrolle: „Die Mondarbeiten gehen großartig voran. Jetzt richten sie wohl gerade die Flagge auf.“

Collins: „Großartig.“

Flugkontrolle: „Ich glaub', Sie sind so ziemlich der einzige Mensch, der die Szenerie nicht im Fernsehen sieht.“

Collins: „Roger, und es macht mir nicht mal was aus. Wie sind denn die TV-Bilder?“

Flugkontrolle: „Einfach großartig, Mike, ganz bestimmt.“

Collins: „Das ist wunderbar.“

Flugkontrolle: „Jetzt haben sie die Flagge aufgerichtet, und man sieht das Sternenbanner auf der Mondoberfläche.“

Collins: „Wunderbar, einfach wunderbar . . .“

Aldrin: „Ich möchte mal die verschiedenen Schrittarten erklären, mit denen ein Mensch auf der Mondoberfläche sich voranbewegen kann. Ich glaube, ich bin aber zur Zeit nicht im Bild, Houston?“

Flugkontrolle: „Stimmt, Buzz. Aber jetzt bist du in unserem Gesichtsfeld.“

Aldrin: „Schön. Also man muss schon sehr sorgfältig sein, um ständig zu wissen, wo der Schwerpunkt ist. Manchmal muss man zwei oder drei Schritte tun, um ganz sicher zu sein, daß man die Füße unter sich hat. Zwei oder drei, vielleicht sogar vier leichte Schritte kann einen zu einem recht weichen, äh, Stopp bringen. Richtungsänderungen gehen wie beim Football: Man muß die eine Seite leicht vorschieben und etwas stampfen. Und jetzt zum Känguruh-Hupfer. Das funktioniert zwar, aber es scheint mir, als ob das Vorankommen nicht ganz so gut geht wie beim guten kontinentalen Ein-Fuß-vor-den-anderen. Schnellstmögliches Laufen, wie ich es gerade tue, kann nach mehreren hundert . . . sehr ermüdend werden. Aber das kann sowohl auf diesen (Raum-) Anzug als auch auf das Fehlen der Schwerkraft zurückgehen.“

Aldrin: „Ich bekomme so starkes Licht auf meine Sonnenblende, dass es eine Zeit dauert, bis sich meine Augen angepasst haben . . . Nachdem man aber eine Zeit im grellen Sonnenlicht war, braucht man . . . (mit erregter Stimme) - pass auf, Neil, Neil, du stehst auf meinem Kabel.“

Armstrong: „Okay.“

Aldrin: „Heb, heb deinen rechten Fuß hoch - den rechten sage ich. Deine Zehen sind immer noch darin (im Kabel) verhakt.“

Armstrong: „Dieser Fuß hier?“

Aldrin: „Ja, er ist noch immer verhakt. Wart mal. Okay, jetzt ist er frei. - Nun lass uns mal da rüber gehen. - Die weiße Farbe meiner Schuhe ist vollständig in dieser, äh, wir wissen nicht, wie man die Farbe anders als graukakao bezeichnen soll, verschwunden . . .“

Flugkontrolle: „Buzz, hier spricht Houston. Der Schluss deiner Mitteilung ist immer abgerissen. Kannst du etwas näher ins Mikrophon sprechen?“

Aldrin: „Ich will's versuchen.“

Flugkontrolle: „Na, das geht ja großartig.“

Aldrin: „Diesmal hatte ich das Ding auch im Mund.“

Flugkontrolle: „Es klang auch etwas feucht . . .“

Quelle: F.A.Z.
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