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Wie Hunde um Futter verhandeln

Fressfreunde

Von Christina Hucklenbroich
 - 14:43

Hundefutter in Zwanzig-Kilo-Säcken könnte bald der Vergangenheit angehören. Was früher einmal als praktisch galt und in der Garage lagerte, ist nämlich ein Auslaufmodell. Die Marktforscher der Futtermittelindustrie haben einen klaren Trend erkannt: Menschen füttern gern. Die Hersteller füllen deshalb Hundefutter in immer kleineren Einzelportionen ab. Man streckt die Ration über den ganzen Tag, so dass die Augen des Haustiers möglichst oft erwartungsvoll leuchten können und der Halter mehrfach umtänzelt wird, während er das Döschen aus dem Schrank nimmt, dabei verheißungsvoll säuselt und schließlich den Deckel bedeutungsschwer abreißt, während der Hund sich schon die Schnauze leckt. So wollen es die Kunden heute.

Hunde verhandeln um Futter

Was aber will der Hund? Er will auf jeden Fall Futter, dafür tritt er entschieden ein und übt sich auch schon mal in manipulativen Strategien, wie Forscher um Florence Gaunet von der französischen Aix-Marseille Université jetzt im Fachmagazin „Plos One“ zeigen (doi: 10.1371/journal.pone.0108003). Die Wissenschaftler konfrontierten 29 Hunde und ihre Haltern mit einer Leckerei, die für den Hund unerreichbar auf einem Wandbord lag, die der Halter aber ohne Probleme greifen konnte. Gaunet und ihre Kollegen analysierten die Kommunikation zwischen Hund und Mensch und registrierten, dass die Hunde ihren Haltern bewusst Blicke zuwarfen, Blicke zwischen Futter und Halter hin und her schickten und sich absichtlich nah am Wandbord positionierten. Die Tiere zeigten dieses intensive Kommunikationsverhalten nicht, wenn der Halter ihnen den Rücken zuwandte, kein Futter oder ein nicht so appetitlicher Snack hinterlegt wurde. Hunde kommunizieren gezielt über das Thema Futter – so das Fazit der Forscher. Näheres über das Wesen des Hundes hat die Studie trotzdem nicht gebracht.

Offen ist nämlich, ob der Blickaustausch ein gelerntes Verhalten ist oder ob Hunde sich tatsächlich in Menschen hineinversetzen können, also eine Vorstellung davon entwickeln können, worauf ein Mensch reagiert, weil sie sich ein Bild von seiner Psyche machen könnten und somit zur „Theory of Mind“ befähigt wären wie Menschen oder auch Schimpansen. Insofern sagt es zum einen eine Menge über uns selbst, wie enthusiastisch wir unsere Hunde inzwischen mit Leckereien versorgen. Für die sozialen Beziehungen, die der Hund knüpft, scheint das Fütterungsritual aber auch wichtig zu sein: Es ist ein zentraler Motor seiner Kommunikation.

Quelle: F.A.Z.
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