Soziale Samtpfoten

Katzenbabys erkennen das „Miau“ der Mutter

Von Christina Hucklenbroich
07.03.2016
, 18:36
Macht die Mama „Miau“ oder eine andere Katze? Junge Katzen können den Unterschied hören - und Wissenschaftler sind erstaunt. Sie kennen die Fähigkeit nur von Säugetieren, die in Gruppen leben.

Junge Katzen können genau erkennen, ob ein „Miau“ von ihrer Mutter oder von einer anderen Katze stammt. Das fanden Verhaltensbiologen um Peter Szenczi von der Universität Tlaxcala in Mexiko heraus, als sie Kätzchen auf Tonband aufgenommene Lautäußerungen der eigenen Mutter und anderer Katzen vorspielten („Developmental Psychobiology, doi: 10.1002/dev.21402).

Die jungen Katzen reagierten signifikant stärker auf die Rufe – ein „Miau“ und ein typisches „Begrüßungs-Zirpen“ – der eigenen Mutter. Eine akustische Analyse ergab, dass diese beiden typischen Lautäußerungen tatsächlich eine starke Variation aufwiesen, wenn sie von unterschiedlichen Katzen stammten. Die Rufe ein und derselben Mutter waren deutlich einheitlicher.

Für die Wissenschaftler ist es überraschend, dass auch eine Spezies, die als Einzelgänger lebt, derart stark auf individuelle Rufe fixiert ist. Für junge Säugetiere, die in Kolonien aufwachsen - etwa Robben oder Fledermäuse -, sei es wichtiger als für Nachkommen von Einzelgängern, die Stimme der eigenen Mutter auf Anhieb zu erkennen, so die Forscher. Schließlich könne es ihnen passieren, dass sie versehentlich Milch einer anderen Mutter versuchen zu trinken, und dabei abgewehrt und verletzt werden.

Quelle: F.A.Z.
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