Auszeichnung in Stockholm

Nobelpreis für Medizin für Entdeckung von Temperaturrezeptoren

04.10.2021
, 11:40
Die beiden ausgezeichneten Wissenschaftler im Bild, während Thomas Perlmann in Stockholm sie als Gewinner des diesjährigen Medizin-Nobelpreises verkündet.
David Julius und Ardem Patapoutian erhalten den Medizin-Nobelpreis 2021. Die Forscher werden damit für die Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper geehrt.
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Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an David Julius (USA) und den im Libanon geborenen Forscher Ardem Patapoutian für ihre Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.

Die bahnbrechenden Entdeckungen durch die diesjährigen Nobelpreisträger hätten es ermöglicht zu verstehen, wie Wärme, Kälte und mechanische Reize Nervenimpulse auslösen. „Dadurch können wir die Welt um uns herum wahrnehmen und uns an sie anpassen“, lautete die Begründung des Nobel-Komitees. Die Erkenntnisse der beiden Wissenschaftler werden zur Behandlung zahlreicher Erkrankungen und Beschwerden – etwa chronischer Schmerzen – genutzt. Julius und Patapoutian verwendeten für ihre Forschungen druckempfindliche Zellen.

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David Julius nutzte Capsaicin, eine scharfe Verbindung aus Chilischoten, die ein brennendes Gefühl hervorruft, um einen Temperatursensor in den Nervenenden der Haut zu identifizieren. Ardem Patapoutian entdeckte Sensoren, die auf mechanische Reize in der Haut und im Inneren von Organen reagieren.

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Im Überblick
Nobelpreisträger von 1901 bis 2021

David Julius, 1955 in Brighton Beach in New York City geboren, lehrt und forscht an an der University of California in San Francisco. Ardem Patapoutian wurde 1967 in Beirut geboren und kam als Jugendlicher nach Los Angeles, derzeit forscht er am Scripps Research in La Jolla (Kalifornien).

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Der Medizin-Nobelpreis wird seit 1901 verliehen. Die erste Auszeichnung ging damals an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung der Serumtherapie gegen Diphtherie. Im letzten Jahr wurden die US-Amerikaner Harvey J. Alter und Charles M. Rice sowie der Brite Michael Houghton mit der prestigeträchtigen Auszeichnung auf dem Gebiet der Medizin geehrt. Sie hatten mit ihrer Forschung maßgeblich zur Entdeckung des Hepatitis-C-Virus beigetragen.

Die Bekanntgabe des Medizin-Nobelpreisträgers stellt traditionell den Startschuss des Nobelpreisreigens dar. Am Dienstag und Mittwoch folgen zwei weitere Nobelpreise: in den Kategorien Physik und Chemie. Am Donnerstag wird der diesjährige Literaturnobelpreis verkündet, am Freitag folgt der Friedensnobelpreis, der als einzige der Auszeichnungen in Oslo verliehen wird.

Zum Abschluss werden am Montag der nächsten Woche in Stockholm dann die Preisträgerinnen und Preisträger in den Wirtschaftswissenschaften bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um den einzigen Nobelpreis, der nicht auf das Testament von Preisstifter und Erfinder des Dynamit Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Welche Personen für die renommierten Auszeichnungen nominiert worden waren, wird auch im Nachhinein von den verschiedenen Auswahlkomitees traditionell 50 Jahre lang streng geheimgehalten.

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Quelle: dpa/shüs./mli.
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