FAZ.NET-Spezial

Die Nobelpreise 2005

13.10.2005
, 19:25
Träger der Nobelpreise im Jahr 2005
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Die Träger der Nobelpreise im Jahr 2005 stehen fest. Ein FAZ.NET-Spezial nennt die Namen der Preisträger und beleuchtet die außergewöhnlichen Leistungen in ihren Disziplinen.
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Die neuen Träger des Nobelpreises in den verschiedenen Disziplinen stehen fest. FAZ.NET nennt die Namen der Preisträger und beleuchtet ihre herausragenden wissenschaftlichen und kulturellen Leistungen. Berücksichtigt werden auch der alternative Nobelpreis und die Ig-Nobelpreise für „unsinnige“ Forschung.

Literatur

Einige Kritiker nennen die Entscheidung „bizarr“, für andere kommt sie schlicht zu spät: Harold Pinter erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Literatur. In seinen Dramen, so die Begründung der Jury, lege er den „Abgrund unter dem alltäglichen Geschwätz“ offen. Zu seinen wichtigsten Stücken zählen „Der Hausmeister“, „Alte Zeiten“, „Schweigen“ oder „Die Heimkehr“. (siehe: Literaturnobelpreis für Harold Pinter

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Auszeichnung
Deutscher Physiker bekommt Nobelpreis

Ökonomie

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Auch wenn es sich so anhört: Spieltheorien sind alles andere als ein Spiel. Mit ihnen lassen sich vielmehr komplexe Zusammenhänge und Entwicklungen analysieren. So haben es die beiden Amerikaner Robert J. Aumann und Thomas C. Schelling gemacht. Mit ihren grundlegenden Beiträgen zur Spieltheorie haben sie zum Verständnis von Konflikt und Kooperation maßgeblich beigetragen. Dafür erhalten die beiden Ökonomen in diesem Jahr den Nobelpreis in den Wirtschaftswissenschaften. (siehe: Nobelpreis für Ökonomie geht an Spieltheoretiker)

Frieden

Der Friedens-Nobelpreis geht in diesem Jahr an eine Organisation. Die in Wien ansässige Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) der Vereinten Nationen, vertreten durch ihren Generalsekretär Mohamed El Baradei, erhielt den Preis für ihren Einsatz gegen eine weitere Verbreitung von Atomwaffen. Das Nobelpreiskomitee in Oslo will mit der Preisvergabe die Arbeit der IAEA gerade in einer Zeit, in der die Bedrohung durch Nuklearwaffen wieder zunehme, unterstützen. (siehe: Friedensnobelpreis für Mohamed El Baradei)

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Chemie

Für den „Tanz der Moleküle“ legte der Franzose Yves Chauvin vor Jahrzehnten die Grundstein, die Amerikaner Robert Grubbs und Richard Schrock fanden Wege, ihn in die gewünschte Richtung zu lenken, gemeinsam erhalten die drei in diesem Jahr den mit 1,1 Millionen Euro dotierten Nobelpreis für Chemie. Die sogenannte Metathese ist heute aus der Industrie nicht mehr wegzudenken. Sie ist die Basis für die gezielte Produktion von Plastik, aber auch von Medikementen. (siehe: Chemie-Nobelpreis geht nach Frankreich und Amerika)

Physik

Mit Theodor W. Hänsch vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching wird die große Tradition deutscher Physik-Nobelpreisträger fortgesetzt. Er teilt sich den Preis mit den Amerikanern John Hall und Roy Glauber. Den Forschern - allen voran Hänsch und seinem Team - ist es gelungen, die Schwingungen von Laserstrahlen mit extrem hoher Präzision zu messen. Das ist nützlich für die Entwicklung genauerer Uhren und Navigationsgeräte. Außerdem könnte die Datenmenge, die durch die weltweiten Netze transportiert wird, mit diesem Verfahren enorm vervielfacht werden. (siehe: Physik-Nobelpreis: Schwingungen auf Hochtouren)

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Medizin

Wer den „Feind“ kennt, kann ihn besser bekämpfen. Am eigenen Körper kennengelernt hat ihn der australische Mediziner Barry Marshall und fand Gewißheit: Das Bakterium Heliobacter pylori ist die Hauptursache für Magengeschwüre und Gastritis. Für diese Entdeckung erhielt Marshall nun den Nobelpreis für Medizin. Er teilt sich den Preis mit dem Entdecker des Bakteriums, Robin Warren. (siehe: Zwei australische Forscher erhalten Medizin-Nobelpreis)

Alternativer Nobelpreis

Das Recht auf Wasser, der Kampf gegen Mißhandlung und der Widerstand gegen die Umsiedlung ins Reservat: Der alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr an Menschen, die sich für diese Ziele eingesetzt haben. (siehe: „Alternativer Nobelpreis“ geht nach Kanada, Malaysia und Botswana)

Ig-Nobelpreis

Die Liste der „unwürdigen“ Nobelpreisträger und ihrer merkwürdigen Erkenntnisse und Entwicklungen ist inzwischen recht lang. In diesem Jahr kommen Dinge wie ein wegrollender Wecker oder Hodenprothesen für kastrierte Haustiere hinzu. Sowas sollte nach Ansicht des zuständigen Komitees „nicht wiederholt werden“. (siehe: Preiswürdig: Prothese für kastrierte Haustiere)

Quelle: @dho
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