FAZ plus ArtikelAmbitioniertes Ziel bis 2045

Wie die Chemieindustrie klimaneutral werden will

Von Manfred Lindinger
12.05.2022
, 09:16
Jetzt schon ein bisschen grün, 2045 dann hoffentlich vollständig: Der Industriepark Höchst
Es eilt mit der grünen Wende. Die Chemiebranche will mitziehen. Wie aber kann der drittgrößte Energiezweig sein ambitioniertes Klimaziel erreichen? Ein Schlüssel liegt in der Elektrifizierung.
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Die chemische Industrie in Deutschland steht vor einer Herkulesaufgabe. Will Deutschland bis 2045 klimaneutral werden, dann muss auch der drittgrößte Industriezweig seinen Treibhausgasausstoß auf null herunterfahren und alle seine Prozesse defossilisieren. Zwar hat die Chemiebranche in der Vergangenheit große Anstrengungen unternommen, um großtechnische Verfahren umweltschonender und energieeffizienter zu gestalten – im Jahr 2020 wurden mit 40 Millionen Tonnen CO2 55 Prozent weniger Treibhausgase emittiert als 1990. Das ist aber bei Weitem nicht genug. Erschwert wird das Vorhaben dadurch, dass Erdgas – neben Erdöl und Kohle eine zentrale Rohstoff- und Energiequelle der Chemie – als Träger einer Brückentechnologie seit der russischen Invasion in der Ukraine am 24. April reichlich unattraktiv geworden ist.

„Trotz der neuen Bedingungen wird die Chemiebranche an dem Ziel einer Treibhausgasneutralität bis 2045 festhalten“, bekräftigte Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), in der vergangenen Woche in Berlin auf einer Fachkonferenz mit dem fast trotzigen Titel „Die klimaneutrale Chemie von morgen – jetzt erst recht?!“. „Es wird eine immense Herausforderung, ohne die Brückentechnologien, auf die wir gesetzt haben.“ Wie die Chemiebranche ihr ambitioniertes Klimaziel erreichen kann, welche Technologien, Investitionen, aber auch politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, soll die Plattform „Chemistry4Climate“ erarbeiten, die im vergangenen Jahr gemeinsam vom VCI und vom Verein Deutscher Ingenieure VDI initiiert wurde. In Berlin zogen Vertreter der bereits achtzig an der Initiative beteiligten Partner aus Industrie, Wissenschaft und Politik eine Zwischenbilanz.

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Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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