FAZ plus ArtikelGezähmte Sonne

„Unser Ziel ist ein Fusionsreaktor bis Ende des Jahrzehnts“

Von Manfred Lindinger
02.02.2022
, 14:45
Bei der Laserfusion an der National Ignition Facility in Livermore werden intensive Laserstrahlen auf eine Kapsel, gefüllt mit Deuterium und Tritium, gerichtet, um eine kontrollierte Kernverschmelzung auszulösen.
Der Weg ist frei für die kontrollierte Kernfusion mit Lasern als saubere Energiequelle. Ein Darmstädter Start-up will bis 2030 einen Demonstrationsreaktor bauen. Der Plasmaforscher und Gründer Markus Roth äußert sich dazu im Interview.
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Herr Roth, in der vergangenen Woche vermeldete eine internationale Forschergruppe an der National Ignition Facility (NIF) in Livermore in „Nature“ einen Erfolg bei der Verschmelzung von Atomkernen der Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium zu Heliumkernen mittels intensiver Laserstrahlen. Demnach gelang es erstmals, ein Fusionsfeuer in einer winzigen Brennstoffkapsel zu zünden und das Plasma am Brennen zu halten. In einem späteren Versuch sind sogar 70 Prozent der 1,9 Megajoule zugeführten Laserenergie frei geworden. Sie verfolgen die Experimente zur sogenannten Trägheitsfusion in Livermore schon seit vielen Jahren. Vor 23 Jahren haben Sie dort selbst am Aufbau des Hochleistungslasers mitgearbeitet. Wie beurteilen Sie die Ergebnisse, die in Livermore nun erzielt wurden?

Es ist ein Durchbruch. Lange hat man daran gezweifelt, ob die Kernfusion mit Lasern überhaupt funktioniert. Die Zündung des Plasmas hat endlich geklappt. Und mit der Ausbeute von 1,3 Megajoule, was etwa 70 Prozent der eingebrachten Laserenergie entspricht, ist seit dem vergangenen Jahr der Beweis klar erbracht, dass man das Fusionsplasma am Brennen halten kann. Der Weg ist damit frei, die Laserfusion zur Energiegewinnung zu nutzen. Allerdings reicht die Energieausbeute noch nicht, um ein Kraftwerk bauen zu können.

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Manfred Lindinger - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
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Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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