FAZ plus ArtikelErfolg bei der Trägheitsfusion

Die Bombe im Senfkorn

Von Manfred Lindinger
31.01.2022
, 10:28
Licht am Ende des Tunnels: Im Inneren der „National Ignition Facility“ im kalifornischen Livermore. 192 Laserstrahlen, geführt von Rohren, erhitzen ein kleinen Goldzylinder mit dem Brennstoffpellet.
Fortschritt bei der Trägheitsfusion: Laserblitze zünden eine kontrollierte Atomkern-Verschmelzung und halten sie kurz am Brennen. Dabei konnte eine Energieausbeute von 70 Prozent erzielt werden – ein Rekord.
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Welch phantastische Vorstellung: Könnte man das Feuer im Inneren der Sonnen in einem irdischen Reaktor bändigen, stünde eine unerschöpfliche saubere Energiequelle zur Verfügung. Aus einem Gramm eines Brennstoffgemischs aus den Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium ließe sich so viel Energie gewinnen, wie bei der Verbrennung von elf Tonnen Kohle – ohne dass dabei Kohlendioxid frei würde. Die Energie stammt aus der Verschmelzung oder Fusion der Wasserstoffkerne, und die Physik dahinter ist seit den 1940ern bekannt. Doch die technische Umsetzung einer kontrollierten Kernfusion kämpft noch immer mit ganz beträchtlichen Schwierigkeiten.

In Europa versucht man mit dem noch im Aufbau befindlichen „International Thermonuclear Experimental Reactor“, kurz ITER, das Verschmelzen von Deuterium und Tritium zu Helium mit magnetisch in einer Vakuumkammer eingeschlossenen heißen Plasmen zu verwirklichen. In den Vereinigten Staaten setzt man auch auf die sogenannte Trägheitsfusion. Diese nutzt das Prinzip der Wasserstoffbombe, in der die Strahlung einer explodierten Atombombe den Brennstoff so verdichtet und aufheizt, dass er fusioniert und ungeheure Energiemengen freisetzt. Für die kontrollierte Trägheitsfusion wird statt einer Atombombe intensive Laserstrahlung genutzt.

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Quelle: F.A.S.
Manfred Lindinger - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Manfred Lindinger
Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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