FAZ plus ArtikelKernfusion

Schon wieder verzögert sich der Fusionsreaktor ITER

Von Ulf von Rauchhaupt
04.03.2022
, 08:00
Schweres Werkstück: Sektor #5 des ITER-Reaktorgefäßes, Anfang Juli 2021 in der Fertigung bei dem italienischen Herstellers Westinghouse/Mangiarotti.
Eine Behörde verweigert eine Genehmigung, was den Bau des experimentellen Fusionsreaktors ITER wieder einmal verzögern dürfte – und dann ist da noch Russland.
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Und schon wieder. Noch ein weiteres Mal verzögert sich der Weiterbau des aktuellen Haupt- und Herzstücks des wohl langwierigsten Projekts der Wissenschafts- und Technikgeschichte: der kontrollierten Kernfusion, genauer: der Kernverschmelzung in einem mehr als hundert Millionen Grad heißen Plasma, was von starken Magnetfeldern zusammengehalten wird.

Dabei hatte es doch erst vor drei Wochen so gute Neuigkeiten gegeben, als Ergebnisse des britischen Versuchsreaktors JET gezeigt hatten, wie gut begründet die Verheißung einer schier unerschöpflichen und praktisch sauberen Erzeugung von Energie aus der Verschmelzung der Kerne zweier Wasserstoffisotope ist. Die Daten neuer Experimente am JET hatten gezeigt, dass sich in dem bereits 1985 angedachten und seit 2013 in Südfrankreich im Bau befindlichen, viel größeren Versuchsreaktor ITER tatsächlich ein Fusionsfeuer zünden lassen müsste, das mehr Energie freisetzt als insgesamt zu seiner Aufrechterhaltung notwendig ist.

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Autorenporträt / Rauchhaupt, Ulf von (UvR)
Ulf von Rauchhaupt
Redakteur im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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