Superschwere Elemente

Das Periodensystem mit vier Neuzugängen

Von Manfred Lindinger
08.01.2016
, 13:37
Illustration eines Atomkerns des Elements 117
Vier superschwere Elemente sind in das Periodensystem aufgenommen worden. Damit wächst die Übersichtstabelle der Chemiker auf insgesamt 118 Einträge. Nun wird nach passenden Namen gesucht.
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Das Periodensystem der Elemente ist um vier neue Stoffe erweitert worden. Es handelt sich um die noch namenlosen künstlichen Elemente mit den Ordnungszahlen 113, 115, 117 und 118, die vor einigen Jahren erstmals bei Beschleunigerexperimenten erzeugt worden sind. Das hat die Internationale Union für reine und angewandte Chemie (IUPAC) bekannt gegeben. Die internationale Chemikervereinigung entscheidet über die Anerkennung neuer chemischer Elemente, über deren Nomenklatur und Symbolik.

Damit ist die Zahl der anerkannten Elemente auf 118 gestiegen. Die vier Neuzugänge, die im Laufe der vergangenen zwölf Jahre von japanischen, russischen und amerikanischen Wissenschaftlern in Kernreaktionen erstmals hergestellt und von unabhängigen Forschergruppen ebenfalls erzeugt worden sind, existieren nur Sekundenbruchteile, bevor sie wieder zerfallen. Weil der zweifelsfreie Nachweis sich oft schwierig gestaltet, erheben häufig mehrere Gruppen gleichzeitig Anspruch auf die Entdeckung eines Elements.

Die künstlichen superschweren Elemente des Periodensystems.
Die künstlichen superschweren Elemente des Periodensystems. Bild: Chemieplanet.de

So berichtete eine amerikanisch-russische Forschergruppe im Jahr 2003, das Element 113 erstmals am russischen Kernforschungszentrum in Dubna bei Moskau beim Beschuss von Americium mit Kaziumionen erzeugt zu haben.

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Erstmals Asiaten als Taufpaten

Im August 2012 vermeldeten dann japanische Forscher, es sei ihnen am Riken-Institut gelungen, ein Isotop des Elements 113 herzustellen und über eine Kette von sechs aufeinanderfolgenden Alpha-Zerfällen zweifelsfrei zu identifizieren. Im Dezember 2015 fiel das IUAPC dann die Entscheidung: Das Elements 113 wurde als Element offiziell anerkannt. Als Entdecker wurden die Forscher um Kosuke Morita genannt. Sie haben nun auch das Recht, einen Namen für das Element 113 vorzuschlagen.

Das Team um Kusuke Morita vom Riken-Institut gilt als Entdecker des Elements 113.
Das Team um Kusuke Morita vom Riken-Institut gilt als Entdecker des Elements 113. Bild: AFP

Bei den Elementen mit den Ordnungszahlen 115, 117 und 118 ist die Sachlage weniger kompliziert. Die Stoffe wurden von russischen und amerikanischen Forschern gemeinsam in Dubna und am Lawrence Livermore Laboratory in Kalifornien entdeckt.

Die an den Experimenten beteiligten Forscher sollen nun ihrerseits Namen für die chemischen Neuzugänge vorschlagen, erklärte die Kommission der internationalen Chemikervereinigung. Im Jahr 2011 erfuhr das Periodensystem zum letzten Mal eine Erweiterung. Damals wurden die Elemente 114 und 116 hinzugefügt. Sie haben nun Nachbarn erhalten, wodurch die siebte Reihe gefüllt worden ist. Nun wollen die drei Forschergruppen auch nach superschweren Elementen mit den Ordnungszahlen 119 und größer suchen.

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Quelle: F.A.Z.
Manfred Lindinger - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Manfred Lindinger
Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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