FAZ plus ArtikelAtomphysik

Silberne Strahlen, die sich verzweigen

Von Ulf von Rauchhaupt
08.02.2022
, 09:29
Der Versuchsaufbau des Stern-Gerlach-Experiments war insgesamt nur etwa 30 Zentimeter lang. An den enden der gläsernen Tüllen waren Pumpen und Kühler angeschlossen.
Vor hundert Jahren gelang zwei Physikern in Frankfurt ein denkwürdiges Experiment. ­Seither ist die Quantenphysik mehr als nur Theorie.
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Mittwoch, der 8. Fe­bruar 1922, war ein herrlicher Wintertag in Frankfurt am Main. Nach einer klirrend kalten Nacht schien nun die Sonne auf den Neuschnee. Vor dem Physikinstitut der Universität war schon geräumt worden, als ein Doktorand über die zusammengefegten Schneewälle sprang, um schnell zum Postamt in der Viktoria-Allee zu gelangen, der heutigen Senckenberg-Anlage. Sein Professor, der erst 33 Jahre alte Extraordinarius Walther Gerlach, hatte ihn beauftragt, dort ein Telegramm an seinen Kollegen Otto Stern in Rostock aufzugeben. Der Text lautete: „Bohr hat doch recht!“

Gerlach hatte die ganze Winternacht durchgearbeitet. Acht Stunden lang war er in seinem Labor zwischen surrenden Pumpen bei einer kleinen Apparatur aus Glas und Metall geblieben, hatte dann das Vakuum abgelassen, um rechts ein gekühltes Glasplättchen zu entnehmen, es mit einer schwefelhaltigen Chemikalie zu behandelt und dann unter ein Mikroskop zu legen.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Rauchhaupt, Ulf von (UvR)
Ulf von Rauchhaupt
Redakteur im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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