FAZ plus ArtikelStudie deutscher Forscher

Immun-Chaos durch Covid-19

Von Joachim Müller-Jung
17.07.2020
, 12:01
Menschlicher Makrophage: Solche Immunzellen sind mit die ersten, die auf die Sars-CoV-2-Infektion reagieren, und sie setzen einen unheilvolles Immunchaos in Gang.
Was das Coronavirus zum gefährlichen Feind macht, zeigt sich beim Blick ins Immunsystem. Deutsche Forscher haben eine unheilvolle Allianz des Virus mit unseren Körperzellen aufgedeckt.

Auf die Frage, was genau im Körper schiefläuft bei jenen schon Hunderttausenden Covid-19-Opfern weltweit, die an Organversagen gestorben sind, gibt es mittlerweile mindestens zwei gleichwertige Antwortstränge: Zum einen sind es die Zerstörungen, die das Virus selbst durch seine schnelle und breite Vermehrung in Geweben anrichtet. Zum anderen aber, und diese Erklärung bestimmt immer stärker die Diskussion, wird das Immunsystem der Opfer selbst im Verlauf der Infektion zum Feind – ein fatales und völlig unangemessenes Zusammenspiel von Virus, Abwehrzellen und Immunsignalen. Eines, das allerdings bei infizierten Kindern wohl so nicht greift, weshalb diese, von Ausnahmen abgesehen, vor dem inneren Amoklauf geschützt sind.

Schon früh in der Pandemie haben Ärzte bei den zu Tode gekommenen, oft wochenlang beatmeten Patienten Schäden in den Lungen und vielen anderen Organen festgestellt, die auf Hyperinflammation – aus dem Ruder laufende Entzündungen – hindeuteten. Es waren Anzeichen einer entgleisten Immunabwehr. Die Diagnosen dazu lauten: Zytokinsturm, Sepsis, Multiorganversagen. Wie aber kommt es dazu, dass es bei einigen Patienten zum Systemversagen kommt, bei anderen nicht?

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Joachim Müller-Jung- Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Joachim Müller-Jung
Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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